Corona und der neue Mobilfunkstandard 5 G:
Technik, Meinungen und Hintergründe

Viele Mythen ranken sich um die neue Technik - eine Momentaufnahme

Manche Menschen tun jetzt so, als ob 5 G etwas völlig Neues wäre. Dabei werden die dort verwendeten Frequenzen schon lange verwendet, was fachkundige Leser des Magazins Radio-Scanner (1996 bis 2004) und von funkempfang.de (seit 2005) sicherlich bestätigen können. Hier finden Sie Meinungen und Gegenmeinungen zu einem äußerst komplexen Thema.

Klar, dass ein Mobilfunkanbieter wie Vodafone seine Technik als "sichere Sache" sieht. Interessant ist auf dieser Webseite die Grafik von der Frequenzverteilung jener Strahlung, der wir Menschen und natürlich auch die Natur insgesamt tagtäglich rund um die Uhr und weltweit ausgesetzt sind. Quelle: Vodafone

Wer technisch interessiert ist, kann diese Tatsachen sicherlich bestätigen:

5G ist neu – die Frequenzen nicht

Die meisten Frequenzen des neuen Mobilfunk-Standards 5G, nämlich die zwischen 700 MHz und 6 GHz, waren auch schon zuvor im Einsatz – bei den vorherigen Mobilfunk-Standards wie auch bei Rundfunk, Fernsehen oder WLAN. Und die neuen Frequenzen über 24GHz? Man bezeichnet sie als Millimeterwellen. Neu sind sie aber nur im Bereich Mobilfunk. Wer in den letzten Jahren mit einem neuen Auto mit Fahrerassistenz-Systemen unterwegs war, den haben Millimeterwellen sicherer fahren lassen. Denn Abstandsregelsysteme (Adaptive Cruise Control) und Spurhalte-Assistenten messen mit Millimeterwellen den Abstand zum vorausfahrenden Auto oder zu seitlichen Begrenzungen.

Bedeuten höhere Frequenzen eine höhere Belastung?
Nein. Höhere Frequenzen bedeuten in der Regel kürzere Reichweiten und bei Mobilfunk-Anwendungen höhere Datenraten durch höhere Bandbreiten. Solange die Frequenzen im Bereich der nicht-ionisierenden Strahlung liegen, sind wir auch bei hohen Frequenzen durch die bestehenden Grenzwerte geschützt. (Anmerkung: Die Grenzwerte sind allerdings nicht unumstritten, wie das bei nahezu allen Grenzwerten der Fall ist)

Wird es einen Antennenwald geben? Nein.
Moderne Netze bestehen aus einem Mix aus klassischen Antennen-Standorten sowie so genannten Small Cells. Small Cells sind kleine Funkanlagen mit einer ausgesandten Leistung von unter 10 Watt EIRP. Dies entspricht in der Größenordnung der ausgesandten Leistung von heimischen WLAN-Routern oder öffentlichen Wifi-Hot-Spots. Small Cells haben eine geringe Reichweite von etwa zehn bis zu einigen Hundert Metern, und eignen sich vor allem, um lokal an Orten mit hoher Nutzerdichte die notwendigen Kapazitäten zu schaffen.
Bedeutet das mehr Belastung durch elektromagnetische Felder? Nein. Weil die Small Cells näher am Handynutzer sind, arbeiten Sender und Empfänger mit geringerer Leistung als dies bei einer Basisstation nötig wäre.

Quelle inkl. Grafik der Frequenzverteilung: 

https://www.vodafone.de/newsroom/netz/schluss-mit-5g-verschwoerungstheorien-mobilfunk-ist-eine-sichere-sache/

Kurzes Video zur Handystrahlung (MP4/Messung des magnetischen Felds) 
es zeigt ein Smartphone während des Empfangs eines Youtube-Videos über WLAN und beim Hochfahren.
Dazu sehen und hören Sie kurz ein betagtes Handy beim Anwählen im Mobilfunknetz.

Was macht Strahlung eigentlich gefährlich?

Der Physiker Florian Aigner nahm sich dieses Themas ebenfalls an und erklärt auf einfache Art und Weise, was eine Strahlung überhaupt erst gefährlich macht, und warum man sich vor 5G nicht fürchten muss.

So wird zwischen zwei Arten von Strahlungen unterschieden: ionisierende und nicht-ionisierende Strahlung.

Ionisierende Strahlung: Dazu gehört beispielsweise Gamma-Strahlung. Die Photononen haben sehr viel Energie, können dadurch in unseren Körper eindringen, die DNA schädigen und dadurch Krebs auslösen.

Nicht-ionisierende Strahlung: Dazu gehört Strahlung mit sehr viel weniger Energie, beispielsweise Lichtstrahlung. Durch Lichtstrahlung sind wir überhaupt erst in der Lage, Farben sehen zu können, trotzdem bekommen wir keinen Krebs von der Farbe Grün. Mobilfunkstrahlung hat noch weniger Energie als Lichtstrahlung, da sie im Mikrowellenbereich liegt. Wissenschaftlich lässt sich bisher nicht nachweisen, dass 5G-Strahlung tatsächlich eine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Dies bedeutet nicht, dass nicht vielleicht doch eine Gefahr vorhanden ist, jedoch ist diese, bisher zumindest, nicht nachweisbar.

Physikalisch zumindest ist bisher kein Nachweis der Gefährlichkeit erbracht worden. Die Argumentationen von „elektrosensiblen“ Menschen stehen auch auf wackeligen Beinen, da das Phänomen, wie man bisher feststellen konnte, zum größtenteil auf der Angst vor Strahlung beruht, nicht auf einer eigentlichen Strahlung.

So ist die momentan größe Gefahr nicht etwa 5G, sondern die Panik davor, die tatsächlich krank machen kann.

https://www.mimikama.at/allgemein/5g-aus-wissenschaftlicher-sicht/

 

Machen Funkwellen krank?

Dieses Thema ist nicht neu, wird aber jetzt gerade wieder hervorgeholt und kontrovers diskutiert. Bilden Sie sich am besten selbst eine Meinung und lesen die die Pro- und Contra-Beiträge im Internet. Zum Beispiel hier:

Die Quelle der Elektrizität, die uns versorgt und durch unseren Körper zirkuliert, ist die erdgebundene Hochspannungsquelle: die Ionosphäre.  Wenn wir diese Quelle mit Millionen von gepulsten, modulierten Frequenzen verschmutzen, werden wir alles Leben auf der Erdoberfläche zerstören, einschließlich der Vögel am Himmel und der Fische in den

Ozeanen. Und da sie alle innerhalb der Ionosphäre kreisen, werden diese Satelliten genau das tun.

Quelle: https://dieunbestechlichen.com/2020/05/corona-durch-5g-verursacht-welche-rolle-spielen-funkwellen/

 

Alternative Medien meinen: "Es gibt eine Verbindung zwischen dem Coronavirus und 5G"

Inzwischen haben viele wissenschaftliche Dokumente über die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G verifiziert, dass es grippeähnliche Symptome verursacht. Dieser Artikel enthüllt die verschiedenen Verbindungen hinter dem Coronavirus-Phänomen, einschliesslich der Frage, wie 5G die Art von Krankheit, die du mit dem neuen Virus in Verbindung bringst, verschlimmern oder verursachen kann.

https://transinformation.net/es-gibt-eine-verbindung-zwischen-dem-coronavirus-und-5g/

 

Gegenmeinung: „Kein Zusammenhang zwischen 5G und Covid-19“

Diverse Seiten propagieren seit einigen Wochen bereits, dass deren schlimmste Befürchtung nun wahr werden würde: 5G, welches ohnehin schon im Vorfeld verteufelt wurde, ist nun auch Schuld an Allem, was mit dem neuen Coronavirus zu tun hat!So wird in solchen Artikel suggeriert, dass Länder mit dem fortschrittlichsten Rollout auch jene Länder sind, bei denen die meisten Coronavirus-Erkrankungen und -Tode auftreten. Ein weiterer Beweis sei, dass auf Kreuzfahrtschiffen sich die COVID-19 Erkrankungen mehrten, obwohl sie doch unter Quarantäne standen.

Im Endeffekt sei das neue Coronavirus in Wahrheit etwas, was auf solchen Seiten das „5G-Syndrom“ genannt wird, welches einer Grippe ähnele, aber eben nicht durch Viren ausgelöst werde, sondern durch „5G-Strahlung“.

Was ist 5G?

Es handelt es sich um die nächste Generation der drahtlosen Netzwerktechnologie, die Abkürzung bedeutet einfach nur „5. Generation“. Wie auch die Vorgänger 4G, 3G und 3G wird auch der neuen Mobilfunkstandard über Mobilfunkmasten durch Funkwellen übertragen, welche aber nicht-ionisierend sind, sprich: sie schädigen nicht die DNA im Zellinneren des menschlichen Körpers.

Funkmasten verursachen Strahlung, das ist korrekt. Im Falle der sehr kurzwelligen 5G reicht diese Strahlung auch nicht einmal sehr weit, weswegen mehr Funkmasten errichten werden. Strahlungen verursachen oder verbreiten aber sicherlich keine Viren.

Fazit: Die unbewiesenen Behauptungen, 5G und das neue Coronavirus stünden in irgendeinem Zusammenhang, sind völlig an den Haaren herbeigezogen. Zumeist finden sie sich in Artikeln, die gleichzeitig mit Werbung für die eigenen Produkte gespickt sind, ob Wunderwasser, Orgon-Akkumulatoren oder die neuesten Enthüllungsbücher über die Illuminaten.

Es wäre auch ein ziemlicher Alptraum, wenn sich Viren durch Strahlungen übertragen würden: Dann wäre man schon längst durch die Strahlung des eigenen Smartphones, des TVs oder des WLAN tödlich an einer Vireninfektion erkrankt.

https://www.mimikama.at/allgemein/5g-und-coronavirus-kein-zusammenhang/

Strahlung möglichst vermeiden

Meine Devise war schon, seit ich mich zu Beginn der 1990er Jahre mit dem Thema Elektrosmog auseinandergesetzt habe: Je weniger Strahlung, desto besser. Deshalb wird das WLAN bei uns nur dann eingeschaltet, wenn es tatsächlich dringend benötigt wird. WLANs in der Nachbarschaft gibt es ja sowieso reichlich. Das kann jeder erkennen, der für sein Gerät nach einem aktiven WLAN sucht, um sich in sein Netz einzuwählen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, wie man so schön sagt ... Dieter Hurcks (28.7.2020)

Diskussionsbeiträge bitte an: http://www.hurcks.de/formulare/hurcks-formular.htm 

Teil 2: So funktioniert Mobilfunk - Wie gefährlich ist 5 G?

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