Einrichten eines Webradiosenders zum Empfang am Fritz!Fon MT-F

Testbericht Fritz!Fon MT-F und Fritz!Box 7270: E-Mails checken und mehr

Internetradio hören übers Telefon

Weite Verbreitung in Deutschland haben Telefonanlagen der Berliner Firma AVM gefunden. Besonders bekannt ist der Name Fritz!Box. Wer ins Internet will und gleichzeitig eine kleine Telefonanlage benötigt, ist zum Beispiel mit der Fritz!Box Fon WLAN 7270 in Zusammenarbeit mit einem Fritz!Fon MT-F bestens bedient.

Es ist schon erstaunlich, was dieses Gerät leistet: Die Fritz!Box 7270 ist DECT-Telefonanlage, WLAN/LAN-Router, Anrufbeantworter, Faxspeicher und vieles mehr. Diese Vielfalt hat natürlich einen gewissen Preis: Um alle Funktionen nutzen zu können, muss man sich zunächst einmal intensiv mit der Materie auseinandersetzen.

Links: Fritz!Box Fon WLAN 7270; rechts: Fritz!Fon MT-F mit Fritz!Box 7390 (Fotos: AVM)

Systemtelefon 
Von AVM gibt es inzwischen exakt auf diese Anlagen abgestimmte Systemtelefone, die nach dem DECT-Standard arbeiten und im Zusammenwirken mit der Anlage nebenbei auch E-Mails und Internetradio empfangen können. Zum Beispiel das fritz!Fon MT-F.
Um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten, lässt sich das DECT-Sende-Empfangsteil im Eco-Modus betreiben und während der programmierbaren nächtlichen „Unerreichbarkeitsphase“ komplett ausschalten. Natürlich können sich neben dem Fritz!Fon MT-F auch andere moderne DECT-Telefone in die Anlage einbuchen, sofern sie die Funkstandards DECT-GAP und CAT-Iq beherrschen. Dann kann sowohl über das Festnetz als auch über das Internet telefoniert werden.

Fritz!Fon MT-F 
Das Fritz!-Telefon ist leicht und sehr dünn. Und es besitzt ein gut ablesbares Farbdisplay (schwarze Schrift auf weißem Grund), dessen Hintergrundbild sich sogar individualisieren lässt. Die Tasten sind recht klein und für ältere Menschen nicht so gut geeignet. Das Telefon wird von einem Lithium-Ionen-Akku angetrieben, der bis zu 180 Stunden Bereitschaftszeit und bis zu zehn Stunden Gesprächszeit ermöglichen soll.

Die Installation stellt keine Hürde dar. Telefon auspacken, den leicht vorgeladenen Akku einlegen und gehorchen, was das Display befiehlt: „An der Telefonanlage die DECT-Taste drücken.“ Nach ein paar Sekunden ist das Telefon eingeloggt: „Anmeldung erfolgt“. Datum und Uhrzeit werden automatisch angezeigt.

Nun muss es nur noch über die Benutzeroberfläche der Telefonanlage konfiguriert werden. Alternativ kann vieles sogar über das Telefon selbst eingestellt werden. Sogar als Wecker und Babyphon mit programmierbarem Benachrichtigungsruf lässt sich das Fritz!Fon MT-F einsetzen. Auf die weiteren Details soll hier nicht weiter eingegangen werden.

Aber keine Angst: Die Bedienung ist erstaunlich einfach, so dass man das 68-seitigeHandbuch nur selten benötigt.

Leichtgewichtig und leicht zu bedienen: Fritz!Fon MT-F (Fotos: urc)

 

Besonderheiten 
Im Internetzeitalter wundert man sich schon gar nicht mehr, dass nun auch Telefone den Zugriff auf E-Mails, RSS-Nachrichten, Podcasts und Internetradio erlauben. Gerade bei letzterem spielt das Telefon seine gute Klangqualität aus. Wem das nicht reicht, der schließt einfach über die Kopfhörerbuchse eine Aktivbox oder ein anderes Verstärkersystem an.
Telefonieren Fritz-Fone untereinander, dann kommt der satte HD-Sound zur Geltung. Einfach verblüffend ...

Man kann jede Webradiostation einprogrammieren, deren URL einem bekannt ist (siehe Extra-Beitrag), und Radio hören, ohne das WLAN einschalten zu müssen.

Der integrierte Anrufbeantworter der Telefonanlage lässt sich sofort benutzen. Wer möchte, ersetzt die charmante Damenstimme ruckzuck durch sein eigenes Gekrächze.

Die WLAN-Funktion der Fritz!Box lässt sich übrigens mit dem Fritz!Fon MT-F aus der Ferne ein- und ausschalten, was manchen Weg zum Router erspart.

Beim Webradio hören braucht man ebenso wenig wie beim E-Mail-Empfang das WLAN einzuschalten. Beides funktioniert über die DECT-Verbindung zum Router.

Der E-Mail-Empfang lässt sich über die PC-Benutzeroberfläche der Fritz!Box übrigens so konfigurieren, dass die Mails auf dem Server nicht gelöscht werden. So kann man eben mal zwischendurch sein Postfach kontrollieren, ohne jedesmal den PC starten zu müssen. Das macht man dann halt erst, wenn eine wirklich wichtige Nachricht eingegangen ist. Eine tolle Lösung, die viel Zeit spart.

Ich habe alle meine E-Mail-Postfächer aufgelistet und sehe so sofort, wenn irgendwo eine neue Mail eingegangen ist. Lesen kann man diese auch, logischerweise ohne dass dabei störende Bilder angezeigt werden.

Um das Lesen zu erleichtern, kann die Anzeige um 90 Grad gedreht werden.

Links: Übersicht der eingegangenen E-Mails; rechts: einprogrammierte Webradiostationen. (Fotos: urc) 

Technisches Wunderding

Fazit: Das Fritz!Fon MT-F  ist ein kleines technisches Wunder, das nicht nur gut klingt, sondern dank einer ausgeklügelten Menüführung auch vorbildlich einfach zu bedienen ist. Ich wünsche mir als Alternative lediglich ein Modell mit etwas größeren Tasten, was den Kundenkreis sicherlich erheblich erweitern würde. Äußerst praxisrelevant ist die Möglichkeit, mehrere Anrufbeantworter an der Basis einzurichten. Denn es lassen sich ja immerhin fünf Telefone über eine Basisstation betreiben.  

Vorbildlich sind die Energiesparmöglichkeiten, die individuell einstellbar sind. So kann, wenn das Telefon nahe an der Basisstation betrieben wird, die Sendeleistung reduziert werden. Selbst das schwache Leuchten des Displays während des Ladevorgangs lässt sich abschalten. Gut auch das Handling des Telefonbuches und die Möglichkeit, die Nummer von Störanrufern von vornherein auszufiltern. Zum Beispiel die Nummer  08003301044, von der sich auch Hunderte andere Leute belästigt fühlen. 

Aber leider ist bei AVM nicht alles Gold was glänzt (siehe unten: Probleme beim Faxen) .... Dieter Hurcks (2. März 2011)  

Als preiswertere Alternative eignet sich das Modell MT-D mit monochromem Display. 

 

Zum Weiterlesen 
Erfahrungen beim Einrichten der Fritz!Box nach dem Providerwechsel von der Telekom zu Kabel Deutschland HIER

 

 

PROBLEME BEIM FAXEN

Fritz!Box 7270 - wie löscht man Faxe ?

Die Fritz!Box 7270 speichert empfangene Faxe auf einem angesteckten USB-Stick im PDF-Format. Diese Faxe erreicht man nach Eingabe eines Kennwortes über die FTP-Funktion eines Internetbrowsers. Leider ist es nicht möglich, die Faxe in dem angezeigten Ordner nach dem Lesen oder Ausdrucken auch direkt zu löschen, so dass die Kontrollfunzel am Router ständig blinkt. Abhilfe schafft nur, den Stick abzuziehen und am PC die PDFs zu löschen. Manchmal hört das Blinken auch nach einem Reset auf. Viel umständlicher geht es wohl kaum. Denn anders, also über die PC-Nutzeroberfläche, scheint der USB-Speicher nicht erreichbar zu sein.

Seine Adresse lautet bei der Fritz!Box 7270: ftp://ftpuser@192.168.178.1/ChipsBnk-FlashDisk-01/FRITZ/faxbox/

Auf der AVM-Supportseite konnte ich auch keine Lösung für dieses Problem finden, das auch in mehreren Internetforen behandelt wird, wo Anwender u.a. von unzureichendem Support bei AVM hinsichtlich dieses Problems berichten.

Ebenso wenig ist es mir bislang gelungen, ein Fax zu versenden. Der Sendebalken arbeitet zwar, aber das endlos. Und ein gesendetes Fax ist bisher nie angekommen.

 

 

    

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