Meinungen zu Geräuschmüll in Radio und Fernsehen

Lesermeinungen. schreiben Sie Ihre Meinung per E-Mail übers Kontaktformular

Seite 1 des Themas

Astrid Berens schreibt (17.11.2019): die Kommentare über nervige Beschallung im TV bei Berichten und DOKs sprechen mir voll aus der Seele.
In den letzten Monaten habe ich viele, viele Berichte und Doks abschalten müssen weil das Hintergrundgetöse nicht mehr auszuhalten war. Schade. Werde daher wohl auch zu Streamingdiensten wechseln. Wie ich lesen kann geht es vielen, vielen Menschen so und trotzdem wird so weitergemacht. Was sollen die blöden Kommentare der Verantwortlichen ohne diese "Musikuntermalung" nicht auszukommen zu können. Wann werden die endlich mal wach? Die Jungen sind längst woanders unterwegs und werden sowieso nicht mehr erreicht. Schon gemerkt? Anscheinend immer noch nicht.
Als nächstes die Supermärkte Rewe und Edeka beispielsweise. Die laute Zwangsbeschallung mit nervigen Werbesprüchen denen ich nicht entkommen kann veranlassen mich jedenfalls nicht mich dort länger aufzuhalten.

Ulrich Finke schreibt (15.11.2019): Die Berichte über die Hintergrundgeräusche beim Radio und Fernsehen, die von den Sendeanstalten als "Musik Untermalung" zu dramaturgischen Gestatung "verkauft" werden, sprechen mir aus der Seele.
Gibt es in Deutschland einen Verein, eine Gemeinschaft oder wie auch immer, die sich um die berechigten Interessen der Radiohörer und Fernsehzuschuer kümmert? Im Bayern offentsichtlich JA, nur man nimmt diese im Norden nicht war. Es ist an der Zeit so etwas zu gründen wie z.B. den Fahrgastverband PRO BAHN, der den "Großkopferten" bei der Bahn paroli bietet. Ein Aufruf über die sozialen Medien könnte helfen, wenngleich sich die jüngeren Generationen mutmaßlich längst vom öffentlich - selbstrechten zwangsfinazierten Rundfunk und Fernsehen veranschiedet haben. Ich trete bei, wenn es zur Gründung kommt.

Was meinen Sie dazu?

Leserbrief, März 2018
Guten Tag, Sie bringen es ganz genau auf den Punkt. Auch wir ärgern uns über diese völlig inakzeptable Musikuntermalung. Leider wird diese störende Akustik nicht getrennt als zweiter Kanal übertragen, dann könnte der Zuschauer über die Blanceregelung die Fehlsteuerung der Musik ausgleichen. Irgendwann werden sicherlich TV-Sendungen vom Zuschauer über das Internet bewertbar werden oder, noch besser, die Pauschalgebühren werden durch Einzelgebühren für jeden gesehenen Beitrag erhoben. Spätestens dann werden die öffentlich rechtlichen eine für den Zahler bessere Qualität liefern müssen. Darüber könnten dann auch die Zuschauerzahlen genauer erfasst werden.
Warten wir es ab, bis ein verantwortlicher Redakteur sich seinen eigenen Beitrag im TV einmal angesehen hat. Spätestens dann kommt das AHA Erlebenis. Anton, Eurowächter

Leserbrief eines ehemaligen WDR-Tontechnikers: 
Hallo Dieter, habe erst heute auf Deiner Webseite den Artikel zum TV- und Radio-Hintergrundlärm gefunden und werde ihn auf www.agaf-ev.org verlinken!
Als Leidensgenosse wirst Du verstehen, dass ich schon öfter mal an einen meiner Lieblingssender, 3Sat, Zuschauerpost geschickt habe, um gegen die grausame Tonaussteuerung mancher Beiträge z.B. in "Kulturzeit" zu protestieren. Da werden z.B. O-Ton und deutsche Übersetzung gleich laut gesendet oder ebenfalls "Hintergrundmusik". Die Leute in der Verwaltung, die Zuschauerpost beantworten, kennen offenbar die bemängelten Sendungen gar nicht. Die haben nur die EBU-Richtlinien im Kopf, die sowas eigentlich verhindern sollen...
Als Ex-Tontechniker beim WDR-TV kenne ich die entsprechenden Regeln, z.B. Begleitmusik um 10 dB abzusenken gegenüber dem Off-Sprecher. Dieses Stichwort macht mir in letzter Zeit besonders Ärger, denn wie eine Seuche hat es sich ausgebreitet, dass Trailer oder Off-Kommentare nur noch von "Off-Flüsterern" vertont werden. Mit meinem beidseitigen Tinnitus (Dauerrauschen) bleibt mir oft nur Lauterdrehen (und Fenster schließen...). Gruß aus Köln von Klaus Kramer, DL4KCK

B. Weisshuhn schreibt (11/2017): Das von ihnen beschriebene Problem ist, wie einschlägigen Foren und Zeitungsartikeln zu entnehmen ist, den Verantwortlichen schon lange bekannt. Es scheint aber, dass eine Veränderung erst dann eintreten würde, wenn sie selber als Hörbehinderte betroffen wären.
Der veröffentlichte Antwortbrief der ARD ist offensichtlich nur ein Textbaustein in den Computern der ARD, da ich praktisch den gleichen auf eine ähnliche Kritik von einer anderen Mitarbeiterin Franziska Aschenauer der ARD erhalten habe.
Es wird pauschal bedauert, wenn die Hintergrundmusik als störend empfunden wird. Man könne aber auf eine maßvolle (?) Verwendung nicht verzichten.
Man ignoriert dabei, dass die Hintergrundmusik inzwischen in fast jeder Sendung inflationär und in einer dominierenden Form eingespielt wird. Dadurch erlebt der hörbehinderte Zuschauer solche Sendungen/Filme praktisch als Stummfilm, wie vor 100 Jahren als bewegte Bilder ohne Sprache mit musikalischer Umrahmung ggf. noch mit Untertiteln soweit diese im Videotext verfügbar sind.
Es wird verharmlost, dass die Hintergrundmusik in Konkurrenz zum gesprochenen Wort Zuschauern mit einer Hörbehinderung eine Teilhabe am Fernsehen verhindert, weil sie den Inhalt nicht mehr verstehen können und praktisch dazu verurteilt werden, andere Medien zur Information und Unterhaltung zu nutzen.
(Hierzu vielleicht ein Vergleich: Würde man alle historischen Altstädte wieder mit Kopfsteinpflaster versehen, nur weil es gestalterisch und stilistisch besser aussieht?)

Meine Antwort: Hallo, Herr Weisshuhn, danke für Ihre aufschlussreiche Mail. Ich dachte schon, ich wäre in dieser Sache ein Einzelkämpfer. Ich bin nicht hörbehindert, sondern - im Gegenteil - hypersensitiv, weshalb mir die Hintergrundgeräusche vor allem bei den Dokumentationen auf 3sat u.a., die wir sonst gerne geschaut haben, auf die Nerven gehen, z.T. verbunden mit Kopfschmerzen. Selbst meine Frau sagt nach spätestens 15 Minuten: "Abschalten"! So müssen wir auf viele im Grunde sehr interessante Beiträge verzichten, z.B. auf die Doku über den weltweiten Flugverkehr auf 3sat oder gestern auf Panorama im Ersten (der Beitrag Microplastik war audiomäßig grausam). Auch TV-Verbrauchersendungen wie Markt in den dritten Programmen nerven, ebenso mit Musik unterlegte Radiobeiträge wie Verkehrsmeldungen, Wetterberiche, Anmoderationen. Die Gebühren muss man ja trotzdem bezahlen, auch wenn man sich von den öffentliche-rechtlichen Stationen abwendet und lieber Internetradio hört ...

Manfred T. schreibt (10/2017): Was mich als 72-jährigen erfreut, ist Ihre entschiedene Ablehnung der Hinterlegung von Wortnachrichten, z.B Wetterbericht, mit "Musik" im Radio. Das empfinde ich als ungemein störend und belästigend. Erstmal ist das nach meiner Auffassung keine Musik mehr, sondern nur noch Krach ... Und dafür sollen wir alle auch noch GEZ-Gebühren entrichten. Ein Rückfall ins finsterste Mittelalter
Eine weitere Unsitte im Radio ist es, die Musiktitel nicht bis zu dem vom Komponisten vorgeschriebenen Ende auszuspielen, sondern den Auftakt des nächsten Titels noch auf die letzten hörbaren Noten des vorherigen darüberzulegen. Eine Pause zum "Luftholen" (zur Verinnerlichung des eben Gehörten) gibt es bei dieser Nonstop-Dudelei heutzutage nicht mehr. Ein Glück, dass ich jetzt den Laptop habe! Eine gesunde Darbietung von guter Musik gibt es noch im Internet.

Interessanter Beitrag im Merkur : „Begleitendes Getöse“; Fernsehen 23. Juni 2009 - also schon ein altes Ärgernis

„Das Problem mit der Hintergrundmusik dürfte weniger an der Lautstärke liegen, sondern dass überhaupt Sprechszenen mit Musik hinterlegt werden. Das ist meines Erachtens völliger Unfug. Die Qualität der schauspielerischen Leistung wird nicht gesteigert, wenn der gesprochene Text durch die Musik massiv gestört bzw. vom Zuschauer schlecht verstanden wird.“ Dieter Heinzel Eichenau „In Ihrem Artikel geht es um zu laute Hintergrundmusik im Fernsehen. Ja, es stimmt, die Hintergrundbelästigung beim Fernsehen nimmt zu und die Verständlichkeit leidet. Daher sehe ich schon lange kein Privatfernsehen mehr, denn das mutiert immer mehr zum Werbe-Nerv-Fernsehen. Leider macht das Phänomen des Hintergrundlärms nicht beim Fernsehen halt. Schalten Sie doch mal das Radio ein. Nein, auch hier nicht die Privatsender. Die verhalten sich so wie die privaten Fernsehsender. Schalten Sie mal Radio Bayern 3 ein. Da kommt man sich doch vor, wie mitten in einem Computerspiel. Ständig kracht es, wummert es, zischt es, krabuummm! .... Vielleicht sollten alle verärgerten Zuschauer in einen Zahlungsstreit treten?“ Theresa M. Hellhake Taufkirchen

Was meinen Sie dazu? 

zurück