Fototank und Speicher für Audiomitschnitte

Erfahrungen mit dem JOBO Giga One Ultra

Wenn gespeicherte Daten plötzlich verschwunden sind, kann das der Super-GAU sein

Als unser Autor Klaus Fuchs einen Datenspeicher für seine Audiomitschnitte und Digitalfotos suchte, fand er den JOBO Giga One Ultra (Fototank) und hoffte, damit seine Speicherprobleme unterwegs beseitigen zu können. Doch nach negativen Erfahrungen schickte er das Gerät wieder an den Lieferanten zurück.

Allgemeines:
Der JOBO Giga One Ultra steckt in einem Metall/Kunststoffmixgehäuse und wird mit Festplatte zwischen 40 und 200 GB ausgeliefert. Ich entschied mich für die 120 GB Version für 200 Euro. Unterstütz werden CF 1/CF 2/Microdrive, SD/SDHC/MMC/MiniSD und MemoryStick/MS-Pro/MS-Duo. Das Gerät verfügt über ein kleines (2 Zoll), blau beleuchtetes Statusdisplay (keine Bildvorschau), drei Slots für die o.g. Speicherkartenformate, eine Mini-USB-Buchse, Netzladeanschluss, LED-Datentransferanzeige sowie zwei Bedientasten (Power/Copy).

Praktischer Betrieb:
Nach Aufladen des Akkus ist das Gerät betriebsbereit. Linksseitige Powertaste drücken, Slotabdeckung aufklappen (die links und rechtsseitige Slotabdeckung wird wahrscheinlich bald abbrechen, da diese geöffnet einige Zentimeter in den Raum ragen), Karte vorsichtig einschieben, kurz warten bis der Kartentyp im Display angezeigt wird. Danach ist lediglich die Copytaste zu drücken und der Kopiervorgang beginnt.

Die Restkapazität der Festplatte sowie die Datenmenge der zu kopierenden Speicherkarte wird kurz im Display angezeigt. Der Speichervorgang wird in Prozentschritten beginnend bei 000 bis 100 angezeigt. Eine 4 GB große CF-Karte benötigt ca. 12 bis 14 Minuten. SD (4 GB SDHC ca. 18 min) und MS-Karten (2 GB MS-Duo ca. 20 min.) benötigen wesentlich mehr Zeit.

Anschluss an Computer:
Moderne Betriebssysteme erkennen den JOBO automatisch und installieren den nötigen Treiber selbstständig. Klickt man bei einem Window-System auf Arbeitsplatz, findet man drei neue Einträge. 1 x Lokaler Datenträger (die JOBO Fototank mit 111 bzw.105 GB) und 2 Wechseldatenträger (Kartenleserfunktion).

Kritikpunkte:
An meinem Medion-Laptop wurde der JOBO nicht immer korrekt erkannt. Im laufenden Betrieb wurde die Platte (mit teilweisem Datenverlust!) vom System verloren. Beim Anschluss an mein Laptop von Fujitsu Siemens funktionierte die Platte besser. Schloss ich die Platte via  HUB an den Medion an, lief diese stabiler. Mit gutem Gewissen kann ich damit aber nicht arbeiten!

Bei Nutzung als externe Festplatte mit und ohne Steckernetzteil fiel mir eine Entladung des Akkus auf. Laut Anleitung soll der Akku jedoch via USB auch nachgeladen werden. Ferner wird die Platte bei längerem Betrieb (nach ca. 1 Std., wenn die HDD richtig arbeiten muss) sehr heiß und schaltet sich daraufhin im laufenden Betrieb selbständig (?) ab, mit dem bereits bekannten Datenverlust. Somit erscheint mir der Betrieb als externe HDD doch sehr bedenklich!

Beim Kopiervorgang von Speicherkarte zur HDD des JOBO schwankt die Akkuanzeige zwischen voll und leer hin und her. Somit ist es schwer zu erkennen, wann der Akku tatsächlich zu schwach zum Kopieren ist. 4 bis 5 Karten zu je 4 GB lassen sich aber bei voll geladenem AKKU (!) kopieren. Teilweise tritt aber Datenverlust (ohne jegliche Info im Display) beim Kopieren auf. Ist natürlich „fatal“, da die Speicherkarte nach dem Kopiervorgang mit neuen Daten überschrieben wurde und der Datenverlust erst zuhause am Computer bemerkt wird. Fotos/Videoclips sind dann natürlich „futsch“.

Eines ließ sich aber erkennen: CF-Karten (eigener Controller in der Karte verbaut) werden mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt kopiert, was man von SD- und MS-Karten und deren Ableger nicht behaupten kann. Mehrere SD- und MS-Karten (unterschiedliche Fabrikate und Größen) wurden nach ca. 8 bis 11 % des Kopiervorgangs (diesmal) mit Error (warum, bleibt einem aber verschlossen) abgebrochen. Beim testweisen Umkopieren der SD/MS-Karte (am PC natürlich) auf eine CF-Karte wurde diese dann vom JOBO fehlerfrei kopiert.

Bei großen Dateien wie RAW oder AVI/MOV (Videoclips, auch wenn diese unter 1 bzw. 2 GB groß waren ( => FAT 32 kann maximal je nur 2 GB schreiben!) steigt die Wahrscheinlichkeit von Datenverlust oder einem abgebrochenem Kopiervorgang erheblich an. Dann steht man ziemlich blöd da ohne Ersatzkarte(n).

Abschließende Beurteilung/Fazit:
Ordentliche Verarbeitung, sehr schnell (vielleicht zu schnell für die verbaute Intelligenz), aber erhebliche Schwächen bei der Unterstützung von SD/MS-Karten und Computern (evtl. nur HUB-Betrieb möglich). Die weit verbreiteten xD-Karten werden erst gar nicht unterstützt.

Akkuwechsel ist nicht vorgesehen, und somit benötigt der mobile Nutzer immer eine Steckdose oder einen zusätzlichen Mobillader (12/24 Volt auf 5 Volt/1,5Amp.). Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, seine Daten während des Kopiervorgangs oder später am Computer zu verlieren, kann dieser JOBO keinem wirklich empfohlen werden.

Auch dies stand im Schreiben an den Hersteller - zusammen mit der Rücksendung des Gerätes:
„Zu Ihrer Information, die JOBO-Platte ist noch mit meinen Daten belegt. Zwar werden diese nicht im Explorer angezeigt (Formatieren ist ja kein Löschen!), können aber mit einem Wiederherstellungsprogramm einfach lesbar gemacht werden. Ich möchte Sie daher nochmals darauf Hinweisen, diese Daten vor evtl. Weiterverkauf korrekt und vollständig zu löschen!

Mehrere Löschversuche meinerseits (spezielles Eraseprogramm) scheiterten daran, dass sich die Platte während des Löschvorgangs so stark erhitzte, dass sich diese von selbst (?) - anders hätte ich dies getan (interne Temperatur über 50 Grad) - abschaltete. Für einen simplen Löschvorgang muss die Platte mindestens drei Stunden arbeiten (lesen und schreiben) können.

Ich hoffe, dass diese Informationen auch für Sie nützlich sind, vielleicht habe ich aber auch ein Montagsprodukt erwischt… Klaus Fuchs“

Das Gerät hatte die Ser.-No.: GXU08011220 (120 GB)

Das Schreiben vom 3. März wurde laut dem Autor bisher nicht beantwortet.

Klaus Fuchs (April 2008)