Test Albrecht Internetradio DR440i

Technik in schwarzem Holz für die weltweite Audio-Reise - veröffentlicht in der PDF-Ausgabe FE 42 (20.11.2009)

Ohne viel Schnickschnack und beschränkt auf den Empfang von Internetradio - so präsentiert sich das im Herbst 2009 auf den Markt gekommene Internetradio DR440i von Albrecht. Ein Erfahrungsbericht von Dieter Hurcks.

Neben dem Gerät im matt-schwarzen Holzgehäuse gehören das Steckernetzteil, eine flunderflache Fernbedienung sowie neben einer A4-Kurzanleitung eine ausführliche, 26-seitige PDF-Bedienungsanleitung auf CD zum Lieferumfang. Ein Ergänzungsblatt informiert über die letzten Änderungen – so kann der Radiobesitzer nun auf 12.000 statt auf 3.000 Webradios zugreifen und auch Podcasts abspielen.

Auf der dunkelgrauen Frontseite befinden sich neben dem großen, beim Drehen leichte Schleifgeräusche absondernden Lautstärkeregler zehn große, hellgraue Plastikdrucktasten, darunter fünf Speichertasten. Auf der Rückseite sind die üblichen Anschlüsse sowie ein Netzschalter untergebracht: Line In und Line Out, Lautsprecher, LAN- und USB-Buchse, der Anschluss fürs Netzteil und ein Gewinde zum Anschrauben der WLAN-Antenne. Auf der Oberseite befindet sich der Anschluss für einen iPod. Dieser Anschluss ermöglicht es, von einem iPod einfach Musik abzuspielen und den Akku des iPod aufzuladen. Zum Abspielen wird der iPod direkt über das Hauptmenü des DR440i gesteuert. Auch lassen sich eine Wiedergabeliste erstellen und die entsprechenden Befehle per Fernbedienung eingeben.

Helle Tasten, dunkelgraue Front und schwarzes Holzgehäuse. Rechts: Bassreflexrohr links neben
der WLAN-Antenne. Angeschlossen ist das Netzwerkkabel (LAN/Eithernet). Fotos: Albrecht/urc

Inbetriebnahme

Nach dem ersten Einschalten heißt es nach der üblichen Premieren-Wartezeit von etwa einer halben Minute im blau-weißen, gut ablesbaren Display: „Select Language“. Das geht nicht mit den Gerätetasten, sondern nur über die etwas störrische Fernbedienung (FB). Diese ist in englischer Sprache beschriftet und wird von einer Flachbatterie mit Strom versorgt. Die Einrichtung des Netzzugangs bereitet keine Probleme. Das angeschlossene LAN-Kabel wird erkannt und das Internetradio 440i mit dem Router verbunden. Die Datumsanzeige im Display ist weiterhin in Englisch.

Unter der FB-Taste SYSTEM verbergen sich diverse Einstellungen wie die Displayhelligkeit. Hier kann auch das Datumsformat geändert werden, allerdings nicht die Sprache der Monatsangaben. Über den - wie einige andere auch - noch nicht eingedeutschten Menüpunkt „Load Factory settings“ lässt sich die Werkseinstellung wiederherstellen. Über das Menü „Firmware“ kann man prüfen, ob die Betriebssoftware auf dem neuesten Stand ist und diese ggf. updaten.

WLAN konfigurieren

Ich schalte das Gerät aus, ziehe das LAN-Kabel ab und schalte wieder ein. Über die Taste SYSTM rufe ich den Netzwerkassistenten auf. Im Display erscheint eine Liste von Drahtlos-Netzwerken in der Umgebung, darunter auch mein eigenes, das natürlich verschlüsselt ist. Ich wähle es aus und werde nun aufgefordert: „Ändern WPA Passphrase“.  Da die Tasten der Fernbedienung mehrfach belegt sind, ist es etwas nervig, bis man seinen Schlüssel endlich eingegeben hat. Danach wird das Netz gefunden und der Empfang von Internetradio kann beginnen.

Die Schrift im Display ist so riesig, dass maximal acht Buchstaben angezeigt werden. Aber ein Druck auf die Info-Taste genügt, um die Schrift zu verkleinern oder sich wahlweise die Uhrzeit in großen Ziffern anzeigen zu lassen.

Stationen abspeichern

Und wie speichert man einen Sender ab? Längeres Drücken auf eine der Zifferntasten 1 bis 5 am Gerät bringt zunächst keinen Erfolg, auch nicht bei der Fernbedienung. Die Kurzanleitung endet nach der Netzinbetriebnahme. Nun heißt es also, die CD zu konsultieren. Oder doch noch weiterprobieren?

Mit der FB-Taste „Preset“ klappt es dann aber doch noch. Im Display erscheint: „Zum Speichern 0-9 drücken“. Jetzt kann man wahlweise eine Taste auf der FB oder am Gerät drücken. Es wird nicht gewarnt, wenn ein Speicher schon belegt ist. Plötzlich klappt das Speichern am Gerät doch, wenn ich länger eine Zifferntaste drücke. Nur bei der Fernbedienung ist vorher „Preset“ zu betätigen. Übung macht wohl auch hier den Meister … Zu den zehn Speichertasten gibt es weitere Möglichkeiten, seine Lieblingsstationen schnell aufzurufen, zum Beispiel über die Favoritenliste.

Tipp vom Hersteller: Die Presets sind ebenso wie die Favoriten verfügbar, und während beide mit Files und Radiostationen arbeiten, liegt die Idee darin, die Presets lieber für die Radiostationen und die Favoriten für einzelne Stücke, Alben und Playlisten zu verwenden.

Die Liste der im DR440i gespeicherten Radiostationen wird durch einen exklusiven vTuner-Premium-Service eingerichtet und aktuell gehalten. Dieser Service sorgt dafür, dass man trotz der ständigen Veränderungen der Internetradiowelt stets eine aktuelle, verlässliche Auswahl an Stationen zur Verfügung hat. Je nach den Einstellungen im Konfigurationsmenü kann der DR440i auch automatisch den vTuner kontaktieren, um tägliche Updates durchzuführen.

Einstellung der Sprache

Intelligenztest 
Ich schalte das Gerät auf der Frontseite aus und den WLAN-Router ab, stecke erneut das LAN-Kabel ein. Nach dem Einschalten findet das Radio kein Netz und meldet einen Serverfehler. Zweiter Versuch: Ausschalten mit dem Netzschalter und wieder einschalten. Nun wird das LAN gefunden und das Hörvergnügen kann beginnen. Man muss das Gerät also in solchen Fällen immer richtig vom Netz trennen. Es ist sinnvoll, für LAN- und WLAN-Betrieb ein eigenes Profil abzuspeichern. Drei Profile sind möglich.

USB-Speicher anschließen 
Über den USB-Anschluss an der Geräterückseite lässt sich ein USB-Speicher anschließen, etwa ein Stick oder eine externe Festplatte. Der DR440i unterstützt USB 1.x- und USB2.0- Speichergeräte. Tastaturen und Mäuse werden nicht unterstützt – wozu auch?, auch nicht externe MP3-Speichergeräte mit Zusatzfunktionen (USB-Hub, Datenverschlüsselung usw.). Einige MP3-Player verschlüsseln die darauf gespeicherten Dateien, so dass diese nicht gelesen werden können.

Der DR440i ist in der Lage, Musik per WLAN von der Festplatte eines Computers abzuspielen. Dieser muss als UPnP-kompatibler Server eingerichtet werden, wozu etwa die UPnP-Software TwonkyVision (kostenlos im Internet) zu installieren ist.

Vorteil dieser Zugriffsweise: Es können mehrere UPnP-Server im gleichen Netzwerk betrieben werden. „Da muss der Papa nicht hören, was die Tochter mag und umgekehrt! Jeder aktive UPnP-Server wird zum schnellen und einfachen Zugang separat im Menü des DR440i angezeigt.“ (O-Ton DR440i-Manual)

Fazit: Sachlicher Einstieg 
Das Albrecht-Internetradio DR440i ist funktionell und gut geeignet, einmal in das riesige Angebot an Internetradios und Podcast hinein zu schnuppern. Die Bedienung ist schnell erlernt und der Hörspaß kann beginnen – vom Literatur-Podcast über das Bundesligaradio 90elf bis hin zu exotischen Stationen aus aller Welt. So eine Exkursion durch die nach Genres und Ländern sortierten Radios kann einen die langen und dunklen Winterabende zumindest zeitweise vergessen lassen. Der Klang aus dem 5-Watt-Lautsprecher ist passabel, wenn man die Lautstärke nicht zu weit aufdreht. Ein Bassreflexrohr liefert bei tiefen Tönen einen angenehmen Sound. Ein Klangregler ist nicht vorhanden. Die Bedienungsanleitung ist gut gelungen und leicht verständlich.  

iPod-Docking-Station auf der Oberseite

Auf einen Blick
Getestet: Internetradio DR440i von Albrecht im schwarzen Holzgehäuse
Anschlüsse: Netzwerk (LAN RJ-45), WLAN-Antenne, Dockingstation für iPod, Line Out (auch für Kopfhörer, aber Lautstärke nicht regelbar), USB-Buchse für externe Speichermedien, Line In für externen Zuspieler wie MP3-Player
Sonstiges: Sleep-Timer (bis 120 Minuten), aber kein Wecker

Mono-Top-Lautsprecher: 5 Watt
Folien-Fernbedienung im Lieferumfang inkl. Flachbatterie
Streaming-Funktion:
UPnP AV 1.0
Anzeige: großes Display mit diversen Anzeigen
, u.a. Datum, Uhrzeit, Interpret/Titel; Dimmer-Funktion
Stromversorgung: Steckernetzteil

Maße/Gewicht: 220 x 130 x 130 mm (B x T x H)

Preis: ab ca. 160 Euro zzgl. Versandkosten (10/2009)

Info: www.albrecht-online.de  

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