Erfahrungsbericht dnt IP Square

Edles Web- und UKW-Radio im Klavierlack-Design

Das neue Internetradio IP Square von dnt im edlen Klavierlackdesign sticht besonders wegen seiner ungewöhnlichen Anordnung der Bedienelemente an der Oberseite des Gehäuses ins Auge. Schaut man schräg von vorn oben, dann hat man zugleich das 5,5 x 2,5 cm große Schwarzweißdisplay im Auge und die Bedienung voll im Griff. FE hat den Boliden mit dem satten Klang getestet.

Das schwere, massive Holzgehäuse ist ursächlich auch für den satten Sound aus den Stereolautsprechern sowie dem nach unten abstrahlenden Basshorn verantwortlich. Schon bei halb aufgedrehtem Lautstärkeregler lässt sich auch ein 30 qm großer Raum beschallen. Neben Internetradio empfängt das Gerät die örtlichen UKW-Sender in ausreichender Qualität. LAN oder WLAN stellen wahlweise die Verbindung in die große weite Welt des Netzes her.


Das IP Square ist in Schwarz und Weiß lieferbar.

Netzwerkeinrichtung

Die Verbindung zum Netzwerk über einen Router ist per Kabel (LAN) schnell hergestellt. Es dauert nach dem ersten Einschalten etwa 20 Sekunden, ehe die Verbindung steht. Danach geht´s schneller, solange die Verbindung zum Stromnetz bestehen bleibt.

Mit der WLAN-Installation hatte ich einige Schwierigkeiten aufgrund von „unscharfen“ Angaben in der ansonsten gut verständlichen Bedienungsanleitung. Aufforderungen wie „WSP-Taste auf and. Seite drücken“ bzw. „Mit ASelect A fortfahren“ konnte ich mangels Verständnis nicht nachkommen. Auch mit der Angabe einer „PIN 18742671“ vermochte ich nichts anzufangen und fand dazu auch keinerlei Erklärungen.

Über das Menü „Systemeinstellungen“ erreiche ich den Assistenten für die Interneteinstellungen. Dort kann auch zunächst „Größter Teil Europas“ als WLAN-Region und 24 Stunden als Zeitdarstellungsformat gewählt werden. Wird der Assistent gestartet, zeigt er alle erreichbaren Netze an, darunter auch das eigene. Dieses wähle ich per Tastenklick auf „Select“ aus, worauf dieses erscheint: „Taste drücken“, „PIN“ und „WPS überspringen“. Bei „Taste drücken“ erscheint die oben schon angesprochene Aufforderung, mit der ich nichts anfangen kann.

Also versuche ich die „Manuelle Einstellung“. Der Name des Netzwerks steht bereits in der ersten Zeile. Nun wird nach der Art der Verschlüsselung gefragt: WPA, WPA2, PSK oder Offen. Die Antwort steht in der Beschreibung des Routers: WPA und TKIP oder WPA2 und AESCCMP (Fritz.Box 7220). Hier ist höchste Sorgfalt nötig, sonst klappt die Verbindung nicht. Wird die IP-Adresse nicht automatisch vergeben (DHPC), muss sie im manuellen Modus „zu Fuß“ eingetragen werden.

Ich wähle WPA/TKIP und muss nun den Schlüssel eingeben. Zum Schluss steuere ich das OK-Feld an und schließe die Prozedur ab. Nach wenigen Sekunden bin ich „drin“ und kann über die Liste der „Zuletzt gehörten Sender“ meine Lieblingsstation direkt ansteuern. Das Empfangsvergnügen kann beginnen. dnt bezieht die Internetstationen übrigens vom Portal Frontier Silicon.

Gut: Direkt im Netzwerkmenü findet sich auch der Zugriff aufs Kabelnetz (LAN), so dass eine blitzschnelle Auswahl möglich ist. Als erstes sollte man die Möglichkeit nutzen, die Betriebssoftware zu aktualisieren. Diese wird ebenfalls über das Portal von Frontier Silicon bereit gestellt.

 

Links: das Hauptmenü; Mitte: Anzeige für "Netzwerk nicht gefunden"; rechts: Schlüsseleingabe für den WLAN-Betrieb. 

Musik von der PC-Festplatte

Für PC-Anwender mit eigener Musiksammlung könnte die Streaming-Funktion im lokalen Netzwerk interessant sein. Persönliche Musikdateien werden per LAN/WLAN in das Radio übertragen. Dabei unterstützt IP Square die Formate MP3, WMA, Real, AAC+ und FLAC Audio-Format. Über den Line-In-Anschluss (Aux in) lassen sich andere Audioquellen, z.B. ein MP3-Player, anschließen. Auch die Verbindung mit der Stereoanlage über den Line-out Anschluss (Cinch, L/R) und Kopfhörer-Betrieb sind möglich.



Was tun? Stolpersteine bei der Einrichtung ... 

Streaming mit Tücken

Wer viele Musikdateien auf der Computer-Festplatte hat, kann diese also über das Netzwerk per Streaming mit dem wohlklingenden IP Square abspielen. Das geht normalerweise am einfachsten über den Windows Mediaplayer ab Version 11. Die Einrichtung ist im Prinzip schnell erledigt, hat aber bisweilen ihre Tücken.

So sollte man vorgehen: Zu allererst auf dem PC einen Ordner mit der Musik, etwa „Eigene Musik“, für andere Netzwerkbenutzer frei geben. Dann den Media Player starten und unter „Medienbibliothek“ die Medienfreigabe“ anklicken. Der IP Square erscheint laut Handbuch als „Jupiter 6.2“. Stattdessen meldet sich dort aber auf dem Bildschirm meines Notebooks ein „Unbekanntes Gerät“.

Nun wechsele ich ins Menü „Musikabspieler“ und aktiviere „Gemeinsame Medien“. Es erscheint der Name des Routers und der dort gespeicherte Titel „Fly Fritz! Fly“. Ich aber möchte ja gerne die Titel von der Festplatte meines Notebooks abspielen. Jedoch taucht das Notebook in der Liste nicht auf. Klar: Ich habe „nur“ vergessen, dort das WLAN einzuschalten. Die Elektronik verzeiht halt keine Schlampereien.

Hilft jedoch auch nichts. Also schaue ich in die Windows-Hilfe und lese: „Um dem Gerät den Zugriff auf die standardmäßigen Medientypen in Ihrer Player-Bibliothek zu gewähren, klicken Sie auf Zulassen.“ Geht leider nicht, weil das Feld „Zulassen“ gar nicht anklickbar ist.

Anschlüsse an der Rückseite; rechts: schräg von vorn kann man Display und Bedienfeld überblicken.

Also: Notebook neu starten. Das was soll ja fast immer zum Ziel führen. Tut es aber nicht. Doch wo liegt der Fehler?

In der Windows-Hilfe heißt es weiter: „Um Medien für andere Geräte freizugeben, müssen mehrere Firewallports auf Ihrem Computer geöffnet sein. Wenn Sie die Windows-Firewall verwenden, sind die erforderlichen Ports für TCP (Transmission Control Protocol) und UDP (User Datagram Protocol) automatisch geöffnet, wenn Sie die Medienfreigabe aktivieren. Wenn Sie eine andere Software oder eine Hardwarefirewall verwenden, müssen Sie diese Ports möglicherweise manuell öffnen.“ Wer soll da durchsteigenm? Bei mir läuft die Comodo Firewall. Also schalte ich diese mal probehalber ab.

Wunder gibt es immer wieder

Nach mehreren Versuchen mit Neustarts des Radios und des Media Players erscheint plötzlich unter „Gemeinsame Medien“  - oh Wunder - der Media Server (Notebook) auf dem Display des IP Square. Die Ordner mit den Titeln von Dutzenden Interpreten werden korrekt angezeigt. Es gelingt dem „Musikabspieler“ allerdings nicht, einen Musiktitel auch tatsächlich zu laden und abzuspielen. Man sieht nur lange Zeit den Versuch einer „Neuverbindung“, es kommt aber keine solche zustande. Feierabend!

Neuer Anlauf: Am nächsten Tage gehe ich im Menü Netzwerkverbindungen von Windows auf das gerade verwendete Drahtlos-Netzwerk und klicke auf Eigenschaften. Dort sehe ich, dass das Häkchen bei Datei- und auf Druckerfreigabe fehlt. Außerdem steht unter „Drahtlosnetzwerke“ eine andere Art der Authentifzierung, nämlich WPA2-PSK und AES. Am Radio ist aber WPA2 und TKIP eingestellt. Vielleicht liegt es daran?

Tatsächlich taucht das Notebook im Radio-Display wieder auf. Ob sich nun eine MP3-Datei abspielen lässt? Auch diesmal läuft der endlose Versuch einer „Neuverbindung“. Ich gebe nach mehr als zwei Stunden vergeblicher Versuche auf! Hier muss wohl ein erfahrener Netzwerkspezialist ran ...

Die ansonsten gut nachvollziehbare Bedienungsanleitung hilft jedenfalls an dieser Stelle auch nicht weiter. Unter „Fragen und Antworten“ wird die Problematik immerhin angesprochen. Doch der Verfasser geht wohl davon aus, dass alle Käufer dieses Radios Netzwerkspezialisten sind. Wer weiß schon, wie er überprüfen kann, welche Ports offen sind und welche nicht. Zumindest das sollte Schritt für Schritt verständlich erklärt werden.

Drei Tage später. Ich schalte mein Notebook ein, das per LAN-Kabel mit dem Router verbunden ist, und starte dem Windows Media Player. Das „Unbekannte Gerät“ ist noch in der Liste vorhanden. Dann schalte ich das Webradio ein, wechsele wieder zum „Musikabspieler“ und handle mich zu einem Titel von Johnny Cash. Und, oh Wunder: Diesmal klappt das Abspielen. Wieso jetzt und vorher nicht, weiß ich nicht zu sagen. Computer sind halt manchmal zickig und manchmal freundlich. Davon können sicher die meisten Computeranwender ein Lied singen …

 

UKW-Radio

Im UKW-Betrieb lässt sich eine Empfindlichkeit bei der Sendersuche einstellen. So ist es möglich, nur starke (lokale) Stationen suchen zu lassen. Dann bleiben die verrauschten Sender außen vor. Will man diese dennoch hören, kann man auf Mono umstellen, wodurch das Rauschen manchmal ganz verschwindet. Das Gerät empfängt auch die RDS-Signale und zeigt sie in der unteren Displayzeile an. Zwölf Stationen lassen sich speichern.

Einschlafen und wecken

Das IP Square lässt sich als Wecker und Einschlafhilfe einsetzen. Es bietet zwei unabhängige Weckzeiten. Man kann sich per Summer oder Internetradio wecken lassen, wobei natürlich ständig eine Verbindung zum Web bestehen muss.

Über den Aux-Eingang lassen sich externe Zuspieler wie iPod oder MP3-Player per Stereoklinkenstecker anschließen. Kopfhörerbuchse und Cinch-Ausgang z.B. zur Stereoanlage bieten weitere Möglichkeiten. Eine USB-Buchse oder ein SD-Karten-Schacht sind nicht vorhanden.

Der Stromverbrauch liegt bei mittlerer Lautstärke zwischen 7 und 9 Watt, im Stand-by-Modus zunächst bei 3,2 Watt (Webradio) bzw. 2,5 (UKW), ehe er auf 1,4 W sinkt. Ein echter Netzschalter ist nicht vorhanden.

Besonderheiten

Update von Datum und Uhrzeit über das Internet möglich. Automatische Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit. Acht feste und ein definierbarer Equalizer zur individuellen Klanganpassung. Displayhelligkeit dreistufig einstellbar für Betriebs- und Stand-by-Modus. Firmware-Update über den Server von Frontier Silicon.

Registrierung bei Frontier Silicon per PC: Wer sich dort registriert, kann Internetradio auch über den Computer hören und auf dem Portal eigene Favoritenlisten anlegen. Dazu muss man einen Code eingeben, den einem das Webradio liefert. Ob das erste Zeichen eine „6“ oder ein „G“ ist, lässt sich schwer sagen. Nach dem Anwählen von www.wifiradio-frontier.com erscheint eine englischsprachige Seite mit einem „Member Login“, wo Neulinge sich unter „Register here“ erstmalig anmelden können. Zunächst wird nach dem „Access Code“ gefragt, dann noch nach E-Mail, Passwort und Radiomodell. Anschließend hat man Zugriff auf die weite Welt des Internetradios, kann Probe hören und Sender, die einem gefallen, in frei zu definierende Rubriken ablegen. Klar, dass man darauf später auch vom Radio aus zugreifen kann.

Fazit: Guter Klang, guter Kauf

Ein wohl klingendes, überwiegend leicht bedienbares Radio mit je zwölf Stationsspeichern für UKW (mit RDS) und Webradio. Probleme gab es nur mit dem Musikabspieler. Leider wird im Display nicht der Titel des gerade abgespielten Songs angezeigt. Das liegt aber nicht am Gerät, sondern am Musikportal Frontier Silicon, das die Inhalte für das Webradio bereitstellt, bzw. an den Stationen selbst. Bei einem Preis von rund 150 Euro ist das IP Square eine gute Investition, die viel Freude bringt.

 

Auf einen Blick

Getestet: dnt IP Square - Design Internetradio mit integriertem UKW Empfänger, Stereo-Bassreflexlautsprechern und WLAN / LAN Anschluss

Audio Wiedergabe

Maße/Gewicht: 287 x 140 x 138 mm; 2,33 kg

Stromverbrauch: ca. 8,6 Watt bei halb aufgedrehtem Lautstärkeregler (Zimmerlautstärke); Stand-by: 1,4 Watt (gemesen)

Preis: ca. 130 Euro

Info: www.dnt.de; Direktlink

  

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