Nachtest: Spionagekamera FlyCam One 2 - die Zweite!

Auch die neue Mini-Videokamera
kann die Erwartungen nicht erfüllen

„Mit einer Größe von 40 x 80 x 14 mm und einem Gewicht von nur 37 g ist die FlyCamOne2 die kleinste Serienvideokamera der Welt. Ausgestattet mit einem messerscharfen Blick (640 x 480 Pixel bei Video- und 1280 x 1024 Pixel bei Fotoaufnahmen) und vielen faszinierenden Features macht sie atemberaubende Videos im Sport und im Modellbau: Montiert an einem Modellflugzeug wird sie zum fliegenden Auge – am R/C Flitzer jagt sie millimetertief über die Rennstrecke und im Sport zeichnet die FlyCamOne2 die „Radical Moves“ der Skater, Boarder und Biker auf. Verschiedene Modi: Video – oder Serienbildaufnahme und der um 90° schwenkbare Kopf – auch extern gesteuert – ergeben ganz neue Möglichkeiten...“„

So wirbt der Hersteller auf seiner Homepage http://www.flycamone.com/ . Unser Autor hat nun auch die neueste Version der Minikamera in der Praxis getestet. Lesen Sie seinen Testbericht der FlyCam One2.

Die FlyCam One2 von allen Seiten

Bereits in FE 23 hatten wir uns das Vorgängermodell vorgenommen. Dieses lieferte im Videomodus 320  x 240 Pixel und schoss Standbilder mit 640 x 480 Pixeln. Bei wenig Licht störten starke Helligkeitsschwankungen und Rauschen. Der Videoton war stark verbrummt und die Schärfe/Störung der Aufnahmen lag an der „Tagesform der Endkontrolle“. Das aktuelle Modell musste beweisen, ob aus Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde.

Auf dem Papier lesen sich die Eckdaten ordentlich. Video in VGA-Qualität, also mit 640 x 480 Pixeln im AVI-Format, Fotos sogar mit satten 1.280 x 1024 Pixel (JPG), diverse Sonderfunktionen und simple Bedienung. Als Gimmik ist ein Bewegungssensor mit 5 m Reichweite eingebaut. Ferner lässt sich die Kamera  über einen Adapter fernsteuern. Ein kleines Display zeigt nun den jeweiligen Status an. Einstellungen wie bei einer richtigen Kamera sind jedoch nicht möglich. Die Ladezeit des eingelöteten Akkus beträgt ca. drei Stunden und verlangt nach einem starken USB-Lader (z.B. über PC, der stabile 5 Volt bei 500 mA liefern kann).

Kurze Beschreibung
Auf der Frontseite sind eine um 90 Grad schwenkbare Optik, Bewegungssensor und ein zweistelliges LC-Display untergebracht. Linksseitig finden sich der Ein/Ausschalter, Menüwahltaster und Auslöser. Rechtsseitig eine Mini-USB 1.1 Buchse zum Datentransfer/Laden, ein SD-Kartenslot bis 2GB sowie eine Sicherungsöse. Rückseitig ist der Fernsteueranschluss untergebracht. Ein Aufsteller oder Stativgewinde wird vergeblich gesucht. Somit lässt sich die FlyCam nicht frei im Raum aufstellen!

Praktische Erfahrungen
Die Kamera ist extrem lichtschwach, und dementsprechend verrauscht (Linien und Streifenbildung) fallen die Videoaufnahmen bei wenig Licht aus. Helligkeitsschwankungen und Brummneigung sind etwas besser als beim Vorgänger. Bei guten Lichtverhältnissen (ohne Gegenlicht) sind Videoaufnahmen gemessen an der VGA-Auflösung detailreich und farbenfroh. Bei Erschütterungen und schnellen Bewegungen bricht das Bild jedoch komplett zusammen; ein echter Makel bei mobilem Einsatz (MTB, Modellflieger) als „Actionkamera“, wobei auch noch Bild und Ton asynchron laufen. Gegenüber der Version 1, die über einen Umlenkspiegel für Aufnahmen in Fahrtrichtung verfügte, hat die Version 2 eine um 90 Grad schwenkbare Optik, die sich leider nicht fixieren lässt und sich durch Fahrtwind/Erschütterung selbständig verstellt. Die Akkulaufzeit beträgt ca. 30 Minuten, hat sich also um die Hälfte verkürzt.

Dem SD-Kartenstandard ist man treu geblieben, wobei schnelle Karten (wählerisch beim Fabrikat) ein Muss sind. Maximal werden 2 GB (alt 4 GB) unterstützt. Die Fotoqualität ist hingegen „unterirdisch“ schlecht. Die Ursache liegt in der sehr langen Belichtungszeit, die verwacklungsfreie Aufnahmen aus der Hand, geschweige von einem sich bewegenden Objekt unmöglich macht. Apropos SD-Karte: Diese sollte mit einem Klebestreifen gegen Herausfallen gesichert werden. Der Datentransfer von Kamera zu PC erfolgt via USB-1 und dauert dementsprechend lange (via Kartenleser auslesen). Aus unerfindlichen Gründen schaltet sich die Kamera auch im laufenden Betrieb einfach aus und die Aufnahme ist natürlich verloren. Die Negativliste ließe sich noch endlos verlängern.

Fazit: Nichts gelernt
Klein, leicht, schwenkbare Optik, aber aus Fehlern der FlyCam One 1 nichts gelernt. In der Schule würde man sagen „setzen, Sechs!“. Videoclips gelingen lediglich unter optimalen Bedingungen brauchbar (hell, kein Gegenlicht, erschütterungsfreie Montage). Die Fotofunktion mit diversen Optionen kann praktisch nicht genutzt werden (lichtschwach, lange Belichtungszeit). Auch hier würde ich sagen: Je nach „Tagesform der Endkontrolle“ fällt die jeweilige CAM aus.

Die Käufer sind immer noch „Betatester“ trotz gelegentlicher Firmwareupdates, die aber am grundsätzlichen Problem (wohl konstruktionsbedingt) nichts ändern! Ein zusätzliches Geschäft stellt jetzt der Zubehörbereich dar: Batteriepack, Headset, Schutzgehäuse, schnelle SD-Karten, Fernsteuerkabel, Ladegeräte und eine Servoplatte zum Bewegen des Kamerakopfes werden gegen „Geld“ angeboten.

Ich würde ernsthaften Interessenten empfehlen, selbst einmal die CAM-2 auszuprobieren und, wenn’s nicht klappt, schnell zurück damit, denn das Rennen als Betatester (auch der Version 3???) verlieren wir definitiv. Klaus Fuchs

ELV-Katalogseite und Homepage des Herstellers

Auf einen Blick

ACME FlyCam One-2 (Version 3.3)
2 stelliges LCD-Statusdisplay
Schwenkbare Fixfocusoptik (bis 90 Grad)
Videos (VR) mit 640 x 480 / 320 x 240 Pixeln bei 20/25 Bildern  im AVI-Format (ca. 50 MB/min)
Fotos (PR) mit 1280 x 1024 Pixeln im JPG-Format (ca. 200 KB)

Diktiergerätfunktion (AR)
Sonderfunktionen: Low-Light Funktion, Serienbildfunktion, Bewegungssensor, WEB-Camfunktion, 180 Grad Drehfunktion, Löschfunktion für die letzte Aufnahme, Fernsteueranschluss und Firmwareupdatefähigkeit
Spreichermedium: SD Karte ab 256 MB bis max. 2 GB (schnelle Version)
Schnittstelle: Mini USB 1.1 zum Datentransfer und Laden des Akkus
Fest eingebauter Akku LIPO 220mAh/3,7Volt

Größe ca.: 80 x 40 x 14 mm
Gewicht ca.: 37 Gramm ohne Karte und Montageplatte

Verpackung: Holztransportbox

Lieferumfang: FlyCam One, Montageplatte, Klettband, USB-Kabel und deut. Anleitung

Preis ca.: 60,- €

Infos unter: ACME the game company Jörg Brinkmeyer e.K.
Industriestraße 10 A
D-33397 Rietberg
Tel:  05244 974001, Fax: 05244 974048
http://www.flycamone.com/ - Mail: info@ACME-Online.de  

Bezug z.B. über ELV Elektronik AG in 26787 Leer, Tel. 0491-6008-88
Artikelnummer: 6878977

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