LG Handy KP 500 mit Touchscreen im Praxistest

Erfahrungsbericht: veröffentlicht in der PDF-Ausgabe FE 47 (26.11.2010)


Die Unterhaltungs-Maschine mit Telefon und Internet

Handys mit berührungsempfindlichem Farbdisplay, integriertem Radio, MP3-Player und 3-Megapixel-Foto/Videokamera gibt es inzwischen – ohne Vertrag – für unter 100 Euro. Zum Beispiel das KP500 von LG. Das Gerät kann aber noch viel mehr, wie FE-Autor Dieter Hurcks bei der täglichen Benutzung seines soliden und langlebigen Smartphone-Vorgängers auf Reisen festgestellt hat.

  Begrüßungsbildschirm

Nach einem halben Jahr Erfahrung auf mehreren Reisen habe ich mich mit dem Gerät halbwegs angefreundet und nach und nach immer mehr nützliche Funktionen entdeckt. Schließlich habe ich dann noch mal einen ganz intensiven Blick in die Bedienungsanleitung geworfen, um auch die letzten Geheimnisse zu ergründen. Dabei stolperte ich über Begriffe, die nicht oder erst später eingeführt, sondern anscheinend als bekannt vorausgesetzt werden wie „Registerkarte“ oder BGM. Die Jugend von heute dürfte damit weniger Probleme haben als die ältere Generation.

Beispiel: Um den Stand-by-Bildschirm zu ändern, soll man nach links oder rechts blättern. Es wird aber nicht erklärt, wie das geht. Auch das „Mobitelefon-Widget“ (was´n das?) und das „Kurzwahl-Standby“ konnte ich nicht realisieren: Ersteres war nur ein leeres Feld, Letzteres habe ich gar nicht gefunden.

Wo die Statusleiste sich befindet, muss man ebenfalls erraten. Dabei ist die ganz praktisch, kann man doch dort direkt Bluetooth aktivieren oder den MP3-Player starten.

Die Lautstärketaste dient je nach Gerätezustand dem Einstellen des Tastentons, der Hörerlautstärke oder der Abspiellautstärke – eigentlich ganz logisch! Auch an die drei Tasten unterhalb des riesigen, sehr kontraststarken und scharfen Displays muss man sich erst gewöhnen. Über die farbfreudigen Icons der verschiedenen Menüebenen lassen sich alle Funktionen durchweg gut erreichen – viele wie MP3-Abspiel oder Diaschau und Social Network (Twitter, Facebook …) direkt über die informative Startseite.

Radioscreen

UKW-Radio

Wer unterwegs ist, möchte gerne ab und zu mal Nachrichten im Radio hören. Radios sind jedoch in vielen Hotels, Pensionen und Privatzimmern nur noch die Ausnahme. Da kommt das KP500 also entsprechend oft zum Einsatz. Es ist nämlich mit einem UKW-Radio ausgerüstet. Wie üblich, dient das Ohrhörerkabel in diesem Fall zugleich als Antenne. Dennoch kann man sich den Radioton wie die Musik vom MP3-Player (nur bei abgezogenem Ohrhörerkabel)  auch über Lautsprecher abspielen lassen.

Das LG besitzt leider keine normale Klinkenbuchse, so dass man andere Ohr- oder Kopfhörer nur über einen Adapter anschließen kann. Die LG-Buchse hat eine Spezialnorm dient auch zum Aufladen des internen Lion-Akkus über ein Spezialkabel oder das Ladegerät. Eine Mini-USB-Buchse plus 3,5 mm Klinkenbuchse würden dem Käufer wesentlich das Leben erleichtern.

Die Bedienoberfläche des Radios ist sehr schlüssig. Die Frequenz lässt sich per Suchlauf oder Schritt für Schritt und drittens über ein virtuelles Abstimmrad verändern. 50 Kanalspeicher stehen zur Verfügung. Die Bedienung erfolgt entweder per Fingerspitze oder, präziser, mit dem im Gehäuse aufgehobenen Stift. Die Lautstärke lässt sich praktischerweise auch über zwei Sensortasten an der Seite des Gehäuses einstellen. Die Empfangsempfindlichkeit ist erstaunlich gut, so dass man auch im Hotelzimmer Radio hören kann.

Mit der Leistung des Akkus kann man gut leben. Ich lade ihn alle zwei Nächte auf. Unterwegs meistens über den USB-Anschluss meines Netbooks oder mit Hilfe eines separaten USB-Laders. Zum Glück hat LG, wie schon angemerkt, ein passendes Kabel mitgeliefert.

Als Tipp zum besseren Empfang wird empfohlen: „Verlängern Sie das Headsetkabel!“

    

farbfreudig: die Schaltzentrale; rechts: Spezialstecker und -buchse

MP3- und Videoplayer

Eine zusätzliche Micro-SD-Karte erweitert den Speicherplatz des Handys um bis zu 8 GB. Auch die auf der SIM-Karte gespeicherten Kontakte lassen sich auf die SD-Card übertragen. Nun füllt man diese winzige Karte mit Musikdateien und Videos. In der Speicherverwaltung des KP500 sollte nur noch das Standard-Speicherziel eingestellt werden. Das geht so: „Wählen Sie in der Registerkarte ,Telefon´ die Option ,Telefon´ und dann ,Einstellungen´.“

Nur weiß ich noch nicht, was eine Registerkarte ist. Das erfahre ich erst ein paar Seiten weiter. Man kann nämlich mit dem Finger den Displayinhalt verschieben und somit die darunter verborgene Ebene aufdecken. Mit ein bisschen Übung klappt das, sobald man ein Gefühl für den richtigen Druck entwickelt hat.

  Schneller Zugriff über dieses Menü

Sonstige Funktionen

Bilder kann man durch Schütteln im Querformat anzeigen. Selbst eine Handschrifterkennung ist eingebaut. Die funktioniert mit etwas Übung ganz gut, wenn man beim Schreiben die vorgegebenen Buchstabenmuster verwendet. Da aber Buchstabe für Buchstabe und keine ganzen Wörter eingegeben werden, dauert das länger, als wenn man die virtuelle Tastatur nutzt. Könner verwenden sowieso die Funktion T, bei der Wörter automatisch vervollständigt werden. Für Anfänger zunächst ein Buch mit sieben Siegel.

Per Bluetooth-Verbindung lässt sich das K500 mit anderen Geräte, zum Beispiel einem Notebook verbinden. Der Datenaustausch erfolgt dann kabellos.

Natürlich geht das auch über PC mit Hilfe der Software LG PC Suite II. Darüber kann man Daten zwischen PC und KP500 snychronisieren, wobei eine Verbindung zum Internet hergestellt wird. Allerdings ließen sich meine etwa 50 aufs Handy überspielten Musikdateien nicht auffinden. Das Sichern der Handy-Daten auf dem PC funktionierte ebenfalls nicht, weil sich der „Sichern“-Button gar nicht erst anklicken ließ.
 

Zugriff auf das Internet

Wer unterwegs eine Bahnverbindung heraussuchen will, kann das mit diesem Handy unter m.bahn.de bis 10 Minuten vor Abfahrt komfortabel erledigen und sich die Fahrkarte sogar direkt als Strichcode senden lassen. Der Zugbegleiter scannt den Code dann einfach vom Handydisplay ab. Besser geht´s kaum noch.

Voraussetzung ist lediglich eine einmalige Anmeldung dieses Dienstes auf www.bahn.de und natürlich die Einrichtung der Internetfunktion beim Telefonanbieter. Dann lassen sich sogar E-Mails vom KP500 versenden. Beim Empfang kann man die Größe einer Mail begrenzen, damit die Telefonkosten nicht ausufern.

Software: Bedienoberfläche von LG PC Suite 

Fazit: Vielfältige Nutzung will erlernt sein

Ein Gerät, das eine solche Fülle an Funktionen bietet, muss erst einmal beherrscht werden. Leider hilft die Bedienungsanleitung nicht immer weiter, so dass oft zeitaufwendiges Probieren angesagt ist. Für verschiedene Anwendungen kann man unterschiedliche Profile aufrufen, was sehr praktisch ist. Hilfreich ist auch die Multitaskingtaste, die einen schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen erlaubt. Der Klang des Lautsprechers ist unerwartet gut und stellt die meisten Plärr-Handys in den Schatten. Allerdings ist die Lautstärkeregelung schlecht abgestuft.

Organizer, Datumrechner, Stoppuhr und Kalender, Wecker und Diktiergerätefunktion mögen für viele ja ganz nützlich sein. Aber ob man unbedingt Fotos auf so einem kleinen Bildschirm nachbearbeiten und Videos schneiden und betexten können muss, ist diskutierbar. Immerhin ist die Bildqualität beachtlich. Videos, die auf dem Handy-Display angeschaut werden sollen, müssen zuvor mit einem Konvertierprogramm verkleinert werden. Die Software wird auf Mini-CD mitgeliefert.

Beim Aufruf des „Social Networking“-Menüs drehte sich eine Art Zeitanzeige endlos beim Stand von 30. Vermutlich, weil ich bei meinem Provider die Internetfunktion nicht angemeldet habe. Auch bei der Synchronisation lief eine Aktivitätsanzeige endlos. Nach 30 Minuten habe ich dann den Vorgang beendet. Der Grund dafür? Bislang nicht nachvollziehbar und auch nirgends erklärt.

Ach ja: Telefonieren kann man mit dem Gerät auch … Und zwar äußerst komfortabel. Und das seit inzwischen mehr als sechs Jahren! (Dez. 2016)


Smartphone

Das KP500 von LG ist ein Mittelding zwischen Handy und Smartphone, wenn man die bei Wikipedia veröffentlichte Definition zugrunde legt.  

Smartphones verfügen meist über ein Betriebssystem eines anderen Anbieters …. Es ermöglicht dem Benutzer, selbst Programme nach Belieben zu installieren. Handys haben im Gegensatz dazu meist eine vordefinierte Programmoberfläche, die nur begrenzt, z. B. durch Java-Anwendungen, erweitert werden kann. iele neue Smartphones verfügen über einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen), der die Eingabe mit dem Finger oder einem speziellem Eingabestift ermöglicht. Jedoch besitzen bereits auch viele herkömmliche Handys einen Touchscreen.

Durch diese Merkmale bieten Smartphones die Grundlagen zur mobilen Büro- und Datenkommunikation in einem Gerät. Moderne Geräte verfügen darüber hinaus noch über Digitalkameras und integrierte GPS-Empfänger. Der Benutzer kann Daten (wie Adressen, Texte und Termine) über die Tastatur oder einen Stift erfassen und zusätzliche Software selbst nachinstallieren.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Smartphone

Stand: 9/2010

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