Erfahrungsbericht Mini-DV-Camcorder PMDV80

Videokamera für unter 20 Euro

Im Katalog des Elektronikversender Pollin (3.2010) wurde eine kleine Videokamera für unter 20 Euro angeboten. Unserem Autor Klaus Fuchs stellte sich da gleich die Frage nach dem „Pferdefuss“. Kurzum: Er hat die Kamera kurzum geordert.

Das Gerät im Überblick

Miniatur Action DV-Kamera im USB-Stickformat, jedoch nicht wetterfest. Die Kamera verfügt weder über ein Display noch über einen Sucher und wird über drei winzige Taster bedient. Am Boden befindet sich eine Mini-USB-Buchse zum Laden des internen Akkus oder zum Anschluss an einen Computer (WebCam, Massenspeicher etc.). Auf der unteren rechten Seite ist ein Speicherkartenslot (microSD) angebracht, darüber der Betriebsartentaster (Mode). Über den Powertaster auf der linken Gehäuseseite wird die Kamera aktiviert. Der dritte Taster befindet sich auf der Oberseite für Start/Stop der Aufnahme. Zwei Miniatur-LEDs (rot/blau) neben „Start/Stopp“ informieren über den jeweiligen Betriebszustand. Sollte sich die Kamera „aufhängen“, kann diese per „Reset“ in den Ausgangszustand zurück versetzt werden.

 

Winzig, aber trotzdem mit brauchbaren Ergebnissen.

Praktische Erfahrungen

Nach Aufladen des Akkus via USB und Einsetzen einer microSD-Karte im FAT32-Format ist die Kamera betriebsbereit. Powertaste drücken: Die blaue LED auf der Oberseite sollte jetzt permanent leuchten. Mit Drücken der Start/Stopp-Taste beginnt die Aufnahme und eine rote LED blinkt zusätzlich. Ein erneutes Betätigen der Start/Stopp-Taste beendet die Aufnahme. Also bisher recht einfach.

Dank einer Auflösung von 720x480 Pixeln bei 30 Bildern im AVI-Format ist die Bildqualität bezogen auf PAL-Standart überraschend gut und übertrifft die beiden älteren FlyCams aus früheren Erfahrungsberichten (siehe FE 23). Die Objektivbrennweite beträgt ungefähr 50 mm (äquivalent KB-Standart). Somit sind „weitwinkelige“ Aufnahmen unmöglich. Der Akku hielt bei Vollladung und Nonstop-Aufnahme fast 90 Minuten durch: nicht schlecht.

Erschütterungen oder schnelle Bewegungen führen wie bei den FlyCams zu starken Bildstörungen. Der Farb- und Schärfeeindruck ist bei ruhigem Halten für diese relativ geringe Auflösung ausgezeichnet. Leider ist in meiner Kamera die Optik um ca. 3 Grad verdreht montiert, womit bei „lotrechter“ Ausrichtung die Aufnahmen „schief“ stehen. Auch bei wenig Licht lassen sich brauchbare und relativ „rauscharme“ Aufnahmen realisieren. Bei sehr heller Umgebung sind die LEDs aber sehr schlecht erkennbar. Störender wirkt sich die permanente Einblendung von Datum und Zeit im unteren Bildbereich aus. Diese Einblendung lässt sich nur per „Textdatei“  aktualisieren, was jedoch nach Anleitung nicht funktionierte!

Hier das korrekte Vorgehen!

 

Zusammenfassung

Gemessen am Preis, der relativ geringen Auflösung und beiliegendem Zubehör geht die Video- und Tonqualität voll in Ordnung. Einziger Wermutstropfen der Pollin-Version ist der nicht abschaltbare Datums- und Zeitstempel am unteren Bildrand. Sehr gut: Die Videoclips lassen sich mit Windows-Bordmitteln (Moviemaker) bearbeiten, und der fehlende „Fotomodus“ kann mit einem geeigneten Videoabspielprogramm (z.B. VLC) per „Schnappschuss“ aus dem Videostream erzeugt werden.

 

Auf einen Blick

 

Nachtrag: Bei Recherche musste ich feststellen, dass es „optisch“ ähnliche Kameras zu unterschiedlichsten Preisen (bis 150 €), techn. Daten und Zubehör gibt. Bei ebay wird z.B. eine Kamera für knapp 30 € ohne jegliches „Branding“ angeboten.

 

Klaus Fuchs im September 2010

 

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