Praxistest des Q-Sonic Screenshare von Pearl von Klaus Fuchs (12/2007)

Multimediaplayer mit Macken

Bei dem Q-Sonic ScreenShare handelt es sich um einen Multimediaplayer, der Videos, Musik und Bilder von einer eingebauten Festplatte an einen normalen Fernseher oder Stereoanlage ausspielt. Der Q-Sonic kann in seinen Grundfunktionen auch direkt am Gerät oder per Minifernbedienung bequem vom Sofa gesteuert werden.



Q-Sonic Screenshare mit Fernbedienung

mit 3,5-Zoll-Festplatte

Mit und ohne Festplatte
Der von mir getestete Multimediaplayer ist in zwei Versionen erhältlich. Zur Wahl steht ein komplett montiertes System mit 200 GB großer Festplatte und ein Leergehäuse. Da sich bei mir in der Vergangenheit diverse Festplatten ansammelten, wählte ich die günstigere Leergehäusevariante.

Das Gerät unterstützt nur 3,5 Zoll IDE-Platten (keine SATA), die FAT-32 oder NTFS vorformatiert sein müssen. Über die maximale Kapazität der Festplatte schweigt sich die Anleitung allerdings aus, wobei 250 GB unterstützt werden. Die Montage der Festplatte ist auch durch Laien zu bewerkstelligen. Vier Gehäuseschrauben (Füße) lösen, Festplatte (auf Master Jumbern) mit Montagerahmen verschrauben, Daten- und Stromkabel anschließen und danach den Montagerahmen mit dem Gehäuse verschrauben, fertig. Als Werkzeug wird lediglich ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher benötigt der sich in jedem Haushalt finden sollte. Danach kann das Gehäuse wieder geschlossen werden.

Nun USB-Kabel mit Computer verbinden, Netzteil anschließen und abwarten, bis der Mediaplayer vom Computer (WiN XP) erkannt wird. Hier sollte er sich als „Massenspeicher / Externe Festplatte“ anmelden. Es empfiehlt sich, drei Ordner auf der Platte anzulegen (Movie, Music, Photo), in welche die Medieninhalten (Videos, Musik, Bilder) abgespeichert werden. Dies erleichtert die spätere Suche nach Daten erheblich.

Ist dies erfolgt, kann der Mediaplayer mit dem Fernseher und der Stereoanlage über Cinch- bzw. S-Videokabel verbunden werden. Leider stehen nur „analoge“ Videoausgänge (inkl. VGA, kein DVI) zur Verfügung. Der Ton kann sowohl analog als auch digital an einen Verstärker (Koaxial/SPDIF) weitergegeben werden. Auf Scart, Ethernet, WLAN oder USB-Host muss allerdings verzichtet werden.



Q-Sonic Screenshare: Links das Bedienteil /Frontseite), rechts die Anschlüsse an der Rückseite.

Praktischer Betrieb 
Da das Gerät über keinerlei Display verfügt, ist es erforderlich, den Fernseher auf einen freien AV-Kanal zu schalten. Per Fernbedienung oder direkt am Gerät kann danach der Mediaplayer eingeschaltet werden. Nach kurzem Bootvorgang (ca. 8 Sekunden) erscheint auf dem Fernseher das Startmenü mit den möglichen Abspielparametern (Movie, Music, Photo, File) und einem Setupmenü.

Um sich z.B. einen Videoclip anzusehen, wäre auf der Fernbedienung „Movie“ zu wählen. Ähnlich dem Explorer unter Windows erscheinen auf dem Bildschirm die zuvor angelegten Ordner und können per „Kreuzsteuertaste“ und „Enter“ ausgewählt, geöffnet und gestartet werden.

Abspielbare Videoformate 
Neben MPEG 1, 2, 4, AVI (DivX/XviD), DAT können auch VOB (ohne DVD-Struktur) mit AC3 Ton abgespielt werden. WMV und Videodatenraten oberhalb von 4-5 MBit/s (meist bei MPEG2 und VOB) können nicht (eingeschränkt, mit Ruckeln oder Systemabsturz) abgespielt werden. Dies liegt am verbauten Prozessorchip vom Typ ES6425FF (DMP), der nicht sehr leistungsfähig ist. Damit ist der Q-Sonic nur eingeschränkt als Videoplayer geeignet.

Abspielbare Audioformate 
Neben MP3, MP2, MP1, AC3 können auch WMA-Audiofiles abgespielt werden. Die Samplingrate darf 32, 44,1 oder 48 kHz betragen. Playlisten werden nicht unterstützt, dafür ist aber das NF-Ausgangssignal im Pegel regelbar.



Startmenü und Musik-Menü der Q-Sonic-Software.

Abspielbare Fotoformate 
JPG- (JPEG) und BMP-Fotos können mit einer maximalen Auflösung von 5.100 x 3.840 Pixeln abgespielt werden. Eine simple Diashowfunktion mit variabler Überblendzeit/Art, Drehfunktion und Zoom sind vorhanden. Auf Hintergrundmusik muss leider verzichtet werden.

Nutzung als externe Festplatte 
Dank USB-2, einer schnellen Datenübertragung und Gehäuselüfter ist der Mediaplayer auch als externer Massenspeicher gut geeignet und wird auch derzeit bei mir so genutzt.

Fazit: Keine Kaufempfehlung 
Trotz des günstigen Preises von 70 Euro kann keine generelle Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Der verbaute ESS-Chip ist für Videos (MPEG2/VOB) zu langsam. Bei Datenraten oberhalb von 4 MBit/s ruckeln die Filme und der Mediaplayer reagiert u.U. nicht mehr auf Eingaben. DVD-Strukturen kennt der Player nicht, und so lassen sich lediglich VOB-Dateien ohne Menüs manuell abspielen.

Die Bildqualität würde ich mit befriedigend benoten. An die Qualität meines bereits in die Jahre gekommenen China-HDD/DVD-Rekorders kommt der Q-Sonic nicht heran. Als MP3/WMA-Zuspieler für eine Stereoanlage ist er ebenfalls weniger geeignet. Der Signalpegel/Lautstärke ist gering, verrauscht und Dynamik fehlt. Beim gleichzeitigen Anschluss von Fernseher und Stereoanlage hatte ich eine „Brummschleife“, die sich lediglich mit einem zusätzlichen „NF-Trennglied“ im Signalweg unterbinden ließ. Bei der simplen Diashowfunktion kann lediglich die fehlende Musikuntermahlung bemängelt werden.

Zum Schluss noch ein Wort zum Betriebsgeräusch. Sowohl meine verbaute Samsungplatte (SP2514N) als auch der Gehäuselüfter sind in drei Metern Entfernung noch störend bemerkbar. Erst eine Entkopplung der Platte und andere Gerätefüße brachten eine merkliche Besserung. Gegen das laute Lüftergeräusch (ohne Austausch) ist allerdings kein Kraut gewachsen. Ernsthafte Interessenten sollten sich die ebenfalls über Pearl vertriebene „Auvisio Media Box mit LCD-Display“ näher ansehen. Diese ist mit einem SIGMA Chip ausgestattet und dürfte bei höheren Videodatenraten besser arbeiten.



Chipsatz-ES6425FF

Auf einen Blick
Getestet: Q-Sonic ScreenShare (TV Media Player 3,5“)
Chipsatz: ESS Technology ES6425FF
Unterstützt 3,5” IDE-Festplatte (bis 250 GB parallel ATA geprüft)
Formatierung: FAT 32 und NTFS
Fernsehstandart: NTSC und PAL
Videoformate/Codexe: MPEG 1, 2, 4, AVI (DivX/XviD), DAT, VOB
Audioformate/Codexe: MP3, MP1, MP2, AC3, WMA
Samplingrate: 32 / 44,1 / 48 kHz
Fotoformate: JPG (JPEG) und BMP bis maximal 5.100 x 3.840 Pixel
Anschlüsse Video: Komponente, Composite, S-Video und VGA (kein DVI)
Anschlüsse Audio: Analog (Cinch), Digital (Koaxial & SPDIF)
Anschluss PC: USB-2
Kunststoffgehäuse: ca. 200 x 51 x 148 mm
Schaltnetzteil und Fernbedienung
Diverse Verbindungskabel (TV, PC und Stereoanlage)
Betriebsanleitung
Systemvoraussetzungen: Windows ME/2000/XP/Vista

Lieferumfang laut pearl.de: Inklusive Fernbedienung, Netzteil, diverse AV-Kabel, USB-Kabel, deutsche Anleitung (Lieferung ohne Festplatte)

Bezug: www.pearl.de 
Preis: 69,90 Euro  /  Bestell-Nr.: PE-2890-95 / Stand: 4.12.2077

Fotos: Klaus Fuchs

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