Erfahrungsbericht VR20 - veröffentlicht in der PDF-Ausgabe FE 46 (17.9.2010)

Sogar automatisches Recording pegelgesteuert möglich

Teac-Recorder VR-10/20 für hochwertige Tonaufnahmen 

Wer unterwegs Sprache oder Geräusche in guter Qualität aufnehmen will, dürfte ein leichtes und handliches Gerät bevorzugen. Wie das VR-20 von Teac, das „Linear PCM/MP3 Recording“ mit „24-bit/48 kHz“, also in Studioqualität, verspricht. Dieter Hurcks hat  das für den Consumer-Markt konzipierte Gerät, bei dessen Entwicklung sich Teac das Aufnahme-Know-how seiner Profi-Marke Tascam zunutze machte, in der Praxis getestet.

 
Der Recorder ist in Weiß und Schwarz erhältlich 

Das Gerät wiegt mit Akkus oder Batterien nicht einmal 90 Gramm und liegt gut in der Hand. Es besitzt auf der Rückseite sogar einen kleinen, wenn auch ziemlich schwachbrüstigen Monolautsprecher. Damit er trotz seiner geringen Wiedergabelautstärke auch noch zu hören ist, wenn das Gerät auf dem Tisch liegt, kann ein kleiner Aufsteller ausgeklappt werden. Dies ist natürlich auch bei der Platzierung des Recorders für Aufnahmen hilfreich. Eine Micro-SD-Speicherkarte sowie Kopfhörer und USB-Kabel mit Spezialstecker (1) sowie zwei AA-Batterien und das ausführliche, 112-seitige Minihandbuch gehören zum Lieferumfang.

Das VR-20 besitzt neben den üblichen Anschlüssen eines Recorders eine Mini-USB-Buchse. Leider können die eingelegten NiMH-Akkus darüber nicht aufgeladen werden, was heutzutage Standard bei den meisten Kleingeräten wie Handy, Navi oder Digitalfotoapparat ist. Dafür muss man nur einen einzigen leichten USB-Lader mit auf Reisen nehmen und ist in Sachen Energieversorgung aus dem Schneider. Den VR-20 betreibt man daher auf Reisen aus Gewichtsgründen am besten mit Batterien (2 x AAA).

 

Die Mikrofone können der Aufnahmesituation entsprechend gedreht werden. 



Geräteausstattung

Zunächst fallen die beiden Kondensatormikrofone oben am Gerät auf. Sie sind drehbar und können flexibel auf alle Aufnahmesituationen eingestellt werden. Ausgeklappt werden sie etwa bei der Aufnahme von Naturgeräuschen, wenn ein breiteres Klangbild erwünscht ist. Die Pegeleinstellung kann automatisch (Vorwahl der Empfindlichkeit Low bzw. High) oder manuell erfolgen

Die Aufnahme kann in Abhängigkeit vom einstellbaren Pegel des Eingangssignals automatisch starten und stoppen, was lange Leerstellen vermeidet und letztendlich beim Abhören Zeit spart. Erfolgt ca. sechs Sekunden kein Geräusch, stoppt der Recorder die Aufnahme. Es lassen sich neue Ordner zum Speichern erzeugen, aber nicht namentlich frei benennen. Sie werden durchnummeriert. Allerdings lassen sich Dateinamen später am Computer ändern und Ordnerstrukturen umbauen. Playlisten lassen sich am PC jedoch nicht anlegen oder bearbeiten.  

Vielfache Einstellungen

Im SYSTEM-Menü lassen sich diverse Einstellungen vornehmen wie Batterietyp oder Datum und Uhrzeit. Dabei fällt auf, dass die Menüpunkte sich nicht endlos weiterschalten lassen (Schleife), sondern enden. Das ist bei Menüs mit vielen Unterpunkten lästig. So kommt z.B. nach 31 kommt nicht 1, sondern man muss 30 x zurück drücken – etwas umständlich.

Bei dem preiswerteren Basismodell VR-10 (169 Euro) sind die Mikrofonhälften weder ausklappbar noch drehbar. Beide Modelle gibt es in schwarzem oder weißem Gehäuse.
 

Aufnahme und Wiedergabe

Ab Werk ist als Aufnahmeformat das PCM-Format mit 16 Bit und 44,1 kHz voreingestellt. Geringere Qualität mit längerer Aufnahmezeit ist ebenso wählbar wie höhere (siehe „Auf einen Blick“).  Im Format MP3/32/MO passen zum Beispiel rund 290 Stunden auf eine 2-GB-Speicherkarten, in maximaler Qualität nur gut zwei Stunden.

Als Aufnahmequelle können neben dem Mikrofon auch externe Audiogeräte wie MP3-Player eingesetzt werden. Nach dem Einschalten dauert es etwa acht Sekunden, bis das Gerät aufnahmebereit ist.

Zum Starten einer Aufnahme wird die REC-Taste gedrückt (eine rote LED geht an), zum Stoppen die leider nicht direkt daneben platzierte STOP-Taste. So muss man zumindest anfangs immer erst hinschauen, damit man die richtige Taste trifft. Aber Übung macht auch hier den Meister. Bei manueller Pegeleinstellung startet die Aufnahme nicht sofort, da ja nun zunächst der Pegel gewählt werden kann. Das Lämpchen blinkt, bis ein zweiter Druck auf REC die Aufnahme einleitet.

Ist die Aufnahme beendet, kann sie nach Drücken von PLAY direkt abgehört werden. Stoppt man dann nicht die Wiedergabe, werden weitere Aufnahmen zu Gehör gebracht. Die Tasten erklären sich im Prinzip von selbst, so dass eine nahezu intuitive Bedienung möglich ist. Die Display-Anzeige ist in Englisch und lässt sich nicht umstellen, was aber kein Problem darstellen dürfte. Die Taste HOME führt auf die Hauptseite des Menüs zurück.  

Die Taste SETUP ruft die Seite mit den Einstellungen auf, die die Aufnahme betreffen. FUNCTION listet diverse Unterpunkte zur Aufnahmeorganisation auf.



Handlich und leicht: der VR-20 von Teac

Zeitversetzte Aufnahmen

Bei WAV-Dateien lassen sich sogar unbrauchbare Teile direkt am Gerät abschneiden. Auch zeitversetzte Aufnahmen sind möglich. Während der Wiedergabe kann man um eine bis zehn, 20 oder 30 Sekunden zurückspringen. Aufgezeichnet wird auf einer Micro-SD- (bis 2 GB) oder Micro-SDHC-Karte (bis 32 GB).

Eine Besonderheit ist die Funktion „Vorgezogene Aufnahme“. Dabei werden jeweils die zwei Sekunden vor dem Aufnahmestart per Knopfdruck im Speicher gehalten und mit aufgezeichnet. Diese Funktion kann man mit der automatischen Aufnahme kombinieren, so dass künftig kein Einsatz mehr verpasst wird.

Die Wiedergabe kann zusätzlich in halber und doppelter Geschwindigkeit erfolgen, ohne die Tonhöhe zu beeinflussen. Hierbei greifen Rauschunterdrückung und Klanganpassung. Das ist hilfeich, wenn man schnell eine bestimmte Stelle der Aufnahme finden möchte.

Das monochrome grafische Display mit 96 x 96 Pixeln ist hintergrundbeleuchtet.

Besonderheiten: Stereominiklinkenbuchse zum Anschluss eines externen Mikrofons. Die Stromversorgung für Multimediamikrofone ist zuschaltbar. Die Kopfhörerbuchse dient zugleich als LINE OUT z. B. zum Anschließen einer Verstärkeranlage. Ein einstellbares Trittschallfilter hilft tieffrequente Störgeräusche, auch durch Wind, zu vermeiden. Mit dem Equalizer lässt sich der Klang einer Aufnahme beeinflussen. So können etwa menschliche Stimmen hervor gehoben werden.

Bei MP3-Aufnahmen werden die ID-Tags angezeigt, sofern vorhanden. Die Kanalzuordnung der Mikrofone lässt sich vertauschen, wobei jeweils eine Abrage erfolgt.



Fazit: Wer Vorlesungen, Meetings oder Interviews mitschneiden oder Vogelstimmen, Musikvorführungen oder ganze Hauskonzerte mitschneiden will, ist mit dem VR-20 von Teac gut bedient. Die Aufnahmequalität ist passabel bis sehr gut – je nach gewählter Qualitätsstufe. Ein leichtes Grundrauschen ist jedoch selbst bei Aufnahmen im Studiomodus vorhanden, aber nur bei hoher Wiedergabelautstärke vernehmbar und gegebenenfalls später mit einer Audiosoftware zu eliminieren.

Leider fehlt ein Stativgewinde, um das Gerät zum Beispiel für Gitarrenaufnahmen passgenau zu platzieren. Improvisation ist in solchen Fällen gefragt. Wer feuchte Finger hat, könnte Probleme bei der Bedienung der glatten Tasten bekommen. Zum Ablesen des Displays braucht man wegen der doch recht kleinen Schrift schon gute Augen bzw. eine starke Brille. Bei stärker eingestelltem Kontrast wird die Lesbarkeit besser, aber es steigt natürlich zugleich der Stromverbrauch. Gut ist die Timerfunktion: So lassen sich Aufnahmen zeitgesteuert starten, und mit etwas Glück erwischt man endlich den Gesang der Nachtigall. Mit 199 Euro bietet das VR-20 ein gutes Preisleistungsverhältnis! (2)  

(1) Mehr zu den verschiedenen USB-Steckern und dem regelrechten Wildwuchs dabei erfahren Sie unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Universal_Serial_Bus#USB-Stecker_und_-Kabel

(2) Ähnlicher Test: „Zoom H2 Handy-Recorder: Audio-Aufnahmegerät für Anspruchsvolle“ in Ausgabe FE 36

Stand: 9/2010

 

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