Neuer Satellitenreceiver von TechniSat zur IFA 2010

TechniStar S1+: Mini mit riesigem Funktionsumfang

Mit Netzanbindung über LAN, Schnittfunktion und Entschlüsselungsmöglichkeiten 

 

Klein, leicht, gut zu bedienen: der TechniStar S1+

 

Rechtzeitig zur IFA 2010 hatte TechniSat mit dem TechniStar S1+ einen Satellitenreceiver herausgebracht, der trotz seiner auf den mobilen Betrieb ausgerichteten kleinen Baugröße in Sachen Leistung ein Großer ist.

Neben frei empfangbaren HD-Programmen kann der neue TechniSat HDTV-DigitalSat-Receiver TechniStar S1+ auch die verschlüsselten privaten HD-Sender über das Programmangebot HD+ empfangen. Im Lieferumfang befindet sich hierzu eine HD+ Karte (1), die bereits für ein Jahr kostenfrei freigeschaltet ist. Das Verlängerungsjahr kostet jeweils 50 Euro.

Zudem kann man mit dem Receiver über das integrierte Conax-Entschlüsselungssystem z. B. auch das Pay-TV Angebot von MTV unlimited empfangen. Kostenpunkt: 37 Euro im Jahr. Über zwei Common Interface (CI+) Schnittstellen ist der TechniStar S1+ für zusätzliche Entschlüsselungssysteme vorbereitet.

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Digitaler Videorekorder

Via USB kann der TechniStar S1+ um eine digitale Videorekorderfunktion erweitert werden. Über die USB-2.0-Schnittstelle, die sich leider schwer zugänglich hinten am Gerät befindet, lässt sich eine Festplatte oder ein USB-Stick anschließen. Abhilfe schafft ein Hub. So kann man digitale TV- und Radiosendungen komfortabel aufzeichnen und wiedergeben, wobei die Timerprogrammierung gut gelöst ist. Es ist sogar möglich, sein Speichermedium auf DVR-Tauglichkeit prüfen zu lassen.

Der TechniStar S1+ unterstützt zeitversetztes Fernsehen (Timeshift). Laufende Sendungen können hiermit jederzeit angehalten und zu einem späteren Zeitpunkt weiterverfolgt werden – auch in HD.

Anders als bei meinem preiswerten HDTV-Empfänger für 60 Euro (siehe FE 44) legt die TechniStar-Software keinen eigenen Ordner für eine neue Aufnahme an, so dass man bei mehreren Aufnahmen z.B. auf einem 16-GB-Stick am PC leicht den Überblick verliert. Deshalb habe ich versuchsweise am PC eine Neuaufnahme in einen mit dem Namen der Sendung betitelten Ordner kopiert. Leider ließ dieser Ordner sich mit dem DVR-Navigator aber nicht öffnen und der Film sich folglich auch nicht abspielen. Also: Kommando zurück. Schon taucht der Film im Navigator wieder auf. Schlussfolgerung: Man sollte besser gar nicht erst am PC auf das Aufnahmemedium schauen, sondern nur auf der Bedienoberfläche des TechniStar S1+. Über den Navigator klappt auch das Abspielen von TS-Dateien, die ich mit meinen Auvisio-Receiver aufgezeichnet hatte.

Sehr gut gelöst ist beim TechniStar die Schnittfunktion. Damit kann man direkt die überflüssigen Passagen wie Werbung aus einer Timeraufnahme herausschneiden.

Beim Abspielen werden nur MPEG2-Filme mit der Endung MPG und natürlich die im TS-Format aufgezeichneten Videos wiedergegeben. MPEG4-Dateien dagegen nicht, auch keine AVIs und MPEG-Dateien. Beim Abspielen von einer Iomega-Festplatte ruckelte das Bild anfänglich, danach aber lief die Übertragung über die USB-2.0-Schnittstelle störungsfrei. Ideal zum Aufzeichnen und eine Energie sparende Lösung ist ein schneller USB-Stick.

Die Aufnahmedatei einer 45-minütigen Sendung umfasst etwa 2,7 GB und wird in drei Teilen abgespeichert. Enthalten sind auch mögliche weitere Tonkanäle, Untertitel und Videotextinformationen. TechniSat bietet auf seiner Homepage die Software Mediaport an, mit der es möglich ist, aufgenommene Sendungen zu konvertieren und auf eine DVD zu brennen.

Der S1+ funktioniert in etwa wie der DigiCorder S2, den wir in FE 44 im Rahmen unseres HDTV-Reports ausführlich vorgestellt haben.

 

Links das Bearbeitungsmenü zum Wegschneiden überflüssiger Passagen aus Aufnahmen; rechts: Timer-Menü

Heimnetzwerkfunktionen

Ausgestattet mit einer USB 2.0 Schnittstelle, einer HDMI-Schnittstelle mit HDCP-Unterstützung sowie einem Scart-Anschluss, bietet der neue TechniStar S1+ zahlreiche Schnittstellen und Anschlussmöglichkeiten. Über die integrierte Ethernet-Schnittstelle (wahlweise über WLAN-Adapter) lässt sich der Digitalreceiver in ein Heimnetzwerk integrieren, um sich mit verschiedenen Multimediageräten wie z.B. PC, Fernseher, Audio-Sound-Anlage, Digitalkameras u.v.m. via UPnP zu vernetzen und Multimediadaten wie Videos, Bilder und Musik auszutauschen. So kann man z.B. auf Urlaubsvideos zugreifen, die sich auf dem PC im Arbeitszimmer befinden, und diese auf dem TV-Gerät im Wohnzimmer wiedergeben.

Eine weitere innovative Technik nennt sich HDMI Technilink. Diese erlaubt es, angeschlossene kompatible Geräte automatisch ein- und aus zu schalten.

 

Links die handliche Fernbedienung mit ergonomischer Tastenplatzierung;  rechts: Radiolisten-Menü

DigiButler Service

TechniSat legt ein besonderes Augenmerk auf die Bedien- und Nutzerfreundlichkeit seiner Produkte. So ist auch der S1+ mit Mehrwertdiensten wie dem elektronischen Programminformationsdienst (ePID) „SiehFern INFO“ (SFI) ausgestattet, der redaktionell gepflegte Programminformationen von bis zu sieben Tage im Voraus bereitstellt. Weiterhin bieten die Mehrwertdienste AutoInstall (automatische Erstinstallation), ISIPRO (Programmlistenmanager) und TechniMatic (automatische Software-Updates über Satellit) dem Nutzer höchsten Bedienkomfort. Es gibt drei individuell bestückbare TV/Radiolisten, dazu die unveränderbare Astra-Liste und die Gesamtliste aller Programme. So kann man sich eigene, durch Herauslöschen unerwünschter Programme übersichtlichere Listen anlegen und die Sender nach eigenem Gusto sortieren. Das gilt natürlich auch für die Liste der Radioprogramme.

Darüber hinaus ist der TechniStar S1+ mit der neuen TechniFamily Funktion ausgestattet. Über diese Funktion können passwortgeschützte Nutzer-Profile angelegt werden. Auf diese Weise können z.B. Eltern sowohl die Senderauswahl als auch die Sehdauer dem kindgerechten Bedarf anpassen.

 

Links die Anzeige der gerade laufenden Sendungen und die Restdauer (sofern mit ausgestrahlt); rechts: sortiert nach Genres

 

Fazit: Gut zu bedienen

Die Bedienoberfläche erlaubt einen weitgehend intuitiven Betrieb. Auch die Fernbedienung ist sehr schlüssig unterteilt. Die Tasten, die man am häufigsten braucht, sind am leichtesten zu erreichen. Sehr gut sind der übersichtliche Programmführer (für sieben Tage im Voraus) und die Menüführung auf dem Bildschirm. Das Programmieren eines Timers stellt kein Problem dar, wenn man einmal das Prinzip erkannt hat..

Da die Dateien nicht in einem Ordner untergebracht werden, herrscht auf dem Aufnahmemedium schnell Unübersichtlichkeit; das Abspielen mit meinem Auvisio-HDTV-Sat-Receiver (Test in FE 44) funktionierte nicht, da die TechniStar-Aufnahmen dort nicht angezeigt werden. Umgekehhrt geht´s: Der TechniStar spielt die Auvisio-Aufnahmen, die sich jeweils in einem separaten Ordner befinden, ab.

Nach dem Einschalten dauert es sage und schreibe 27 Sekunden, ehe das Bild erscheint. Hatte man das Gerät vom Netz getrennt, kommen noch einmal ca. 20 Sekunden für das Hochfahren hinzu.

Pluspunkte: Die Inbetriebnahme ist einfach und dauert nur wenige Minuten. Lediglich die Aktualisierungen der Programmliste und des Programmführers (SFI) kosten Zeit, lassen sich aber später nachholen.

Das 190-seitige Handbuch ist weitgehend sehr ausführlich und gut verständlich geschrieben. Nur habe ich keinen Hinweis gefunden, ob man nach dem Programmieren das Gerät ausschalten kann oder soll. Ich hab´s ausgeschaltet und der Timer funktionierte tadellos.

Alternativ zum 230-Volt-Stromanschluss kann der TechniStar S1+ auch mit 12 Volt betrieben werden und ist daher ideal für den mobilen Einsatz z.B. im Wohnmobil geeignet. Der Stromverbrauch des Gerätes liegt im laufenden Betrieb bei ca. 13,5 Watt, im Standby-Betrieb bei 0,5 W. Das Gerät ist mit ca. 790 Gramm und Maßen von 280 x 155 x 37 mm leicht und kompakt.

Den TechniStar S1+ gibt es in Schwarz und Silber. UVP: 229,99 €. 

Das preiswertere Basismodell TechniStar S1 ist ebenfalls HD+ fähig über CI+ mit Modul. Der TechniStar S1+ ist darüber hinaus HD+ zertifiziert und hat die HD+ Karte inklusive.

(Stand: 16.9.2010)

  

Satellitenempfang

(1) Mehr über HD+ und die damit verbundenen Einschränkungen gibt es unter http://de.wikipedia.org/wiki/HD%2B

Zitat: „So können die Sender mit Hilfe der HD+-Technik Aufnahmen reglementieren oder ganz unterbinden. Sie können für jede einzelne Sendung die Aufnahme gänzlich unterbinden und die Wiedergabe von TV-Aufnahmen zeitlich begrenzen (zwischen sechs Stunden und 61 Tagen). … Zur Zeit werden aber nur die härtesten dieser Möglichkeiten genutzt. So wird auf den HD+-Sendern das Vorspulen während der Wiedergabe und das Archivieren der HD+-Aufnahmen unterbunden. Ob und wann lockere Restriktionsmaßnahmen angewendet werden, steht bislang noch nicht fest.“ (Stand: 2.9.2010)

Gut erklärt wird die Technik des Digitalfernsehens auf dieser Homepage: www.digitalfernsehen.de/home/home_19822.html  

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