Der Turm als
Modell

Der Stuttgarter Fernsehturm 
– aus bautechnischer Sicht

Zugegeben, das Hauptinteresse von uns Rundfunkhörern liegt im Wissen der richtigen Frequenz, deren Übertragungsqualität und dem Inhalt des dort ausgesendeten Programms. Mitunter kommt noch das Wissen um die im Hörfunk verwendete Technik, wie Mikrofone von Neumann, Sennheiser oder DIGA-System, der „Digitale Aktualitätenspeicher“ der öffentlichen Rundfunkanstalten hinzu. Und die Sendemasten, von denen die Antennen Rundfunk und Fernsehen ausstrahlen? Die interessieren kaum. Warum also nicht auch einmal hinter die Kulissen eines beeindruckenden Sendemastes schauen? Diese Möglichkeit bietet die Bundesingenieurkammer!

In der Buchreihe „Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“, Teil 3, der Bundesingenieurkammer ist der Titel „Der Fernsehturm Stuttgart“ erschienen. Auf über 70 Seiten wird sich den architektonischen Herausforderungen angenommen, die der insgesamt 217 hohe Turm den Architekten, allen voran Fritz Leonhardt, abverlangte.

Wohlgemerkt, hier geht es nicht um die installierte Sende- und Antennentechnik, hier geht es darum, mit welchen Ideen und Mitteln der Stahlbetonturm zu verwirklichen war. Man fragt sich, ob ein solches Buch begeistern kann? Es kann, in dem nicht nur nüchterne Fakten aneinandergereiht werden, sondern unter anderem die durchaus nicht immer einfache „Geburt“ des Turms lebendig dargestellt wird. Denn bevor der Turm mit Aussichtsplattform und Höhenrestaurant zum Liebling zahlreicher Besucher wurde, gab es durchaus kritische Stimmen, die sogar in der Zeit der Planung von einem „Schandmal“ sprachen.

Mit zahlreichen für jedermann verständlichen technischen Zeichnungen und historischen Fotos versehen, versteht der Leser dieses Büchleins alsbald, welches technisches Wunderwerk die Ingenieure in Stuttgart erschaffen haben. Wer also Interesse daran hat, dass Wahrzeichen von Stuttgart und den ersten modernen Fernsehturm auch mal aus der Perspektive von Architekten und Ingenieuren kennen lernen zu wollen, dem sei dieses Buch empfohlen.

Erhältlich ist das Buches zum Preis von 9,80 Euro bei der Bundesingenieurkammer, Charlottenstraße 4 in10969 Berlin oder unter www.wahrzeichen.ingenieurbaukunst.de.

Horst Garbe, DK 3 GV 

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