Schick und ganz in Weiß: der DPR-39

Rückseite mit Verriegelungstaste unten rechts.

 

Der USB-Anschluss befindet sich oberhalb der NiMH-Akkus, 
die das Gerät jedoch nicht mag.

Handlich und mit knapp über 100 Gramm schön leicht.

Gut ablesbares Display mit Empfangspegel- und Batterieanzeige.

 

 

 

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Testbericht Sangean DPR-39

Mini-Radio für DAB+ und UKW-Empfang

Der Radiohersteller Sangean hat mit dem Modell DPR-39 einen nur 112 Gramm leichten Digitalradio-Empfänger auf den Markt gebracht, der in jeder Hemdtasche Platz findet. Das nahezu intuitiv bedienbare Gerät empfängt UKW (mit RDS) und das wachsende Programmangebot im Digitalradio (DAB+). Es bietet mit fünf mechanischen Stationstasten den schnellen Zugriff auf 2 x 5 Lieblingssender. Eine große zweizeilige LCD-Anzeige informiert über Sendernamen und zeigt Serviceinformationen an. Das Sangean DPR-39 ist ausschließlich in der Trendfarbe weiß für 69,50 Euro zu haben.

Zum Lieferumfang gehört neben der kleinformatigen, dennoch gut lesbaren Bedienungsanleitung lediglich ein Ohrhörer. Den sollte man allerdings beim Einschalten des Gerätes nicht im Ohr haben, da man sonst die volle Dröhnung, sprich: maximale Lautstärke - in den Gehörgang bekommt. Denn die beim Ausschalten eingestellte Lautstärke merkt sich das Gerät nicht.

Der Betrieb erfolgt mit zwei handelsüblichen Batterien vom Typ AA 1,5 Volt. NiMH-Akkus mag der Winzling nicht und schaltet sich, obwohl beide Akkus geladen sind und die in der Ladeanzeige zwei von drei Segmenten leuchten, gleich wieder ab.

Zur Ausstattung zählen neben den für diese Geräteklasse sonst nicht üblichen Stationstasten ein Sleeptimer sowie ein Mini-USB-Anschluss, der zum Einspielen von möglichen Softwareupdates verwendet werden kann. Den finde ich nach einigem Suchen oberhalb der Batterien, jedoch ist der Anschluss nur schwer zugänglich. Es sei denn, man bekommt den Deckel ab, ohne ihn dabei zu beschädigen.

Mit Abmessungen von nur ca. 63 x 101 x 20 mm ist das Gerät nicht größer als ein Handteller, bietet aber eine stattliche Programmauswahl und eine kraftvoll-kernige Wiedergabe über Ohrhörer. Das Sangean DPR-39 ist in der Trendfarbe weiß für 69,50 Euro zu haben.

Empfangsversuche
Die Bedienung erfolgt über den überaus praktischen Rändel-Druckschalter, der bereits in den DAB-Taschenspielern DPR-34 und DPR-36 erfolgreich zum Einsatz kommt und eine einhändige Bedienung erlaubt. Mit dem DPR-39 wird Digitalradio nun wirklich tragbar. Dafür sorgt alleine das Leergewicht von nur 63,5 Gramm, mit den zwei Batterien sind es gemessene 112 Gramm. Das minimale Gewicht empfiehlt das DPR-39 als idealen Reisebegleiter. Ein Sperrschalter schützt das Radio beim Transport vor einem unbeabsichtigten Einschalten.

Nach dem Einschalten ist der vor dem Abschalten zuletzt gewählte Sender zu hören und die Uhrzeit wird automatisch angezeigt. Sehr praktisch sind die jeweils fünf Speichertasten für DAB+ und UKW. Allerdings erfolgt keine Warnung, wenn ein bereits belegter Speicher überschrieben wird.

In der Bedienungsanleitung ist von einem eingebauten Lautsprecher die Rede, der sich nach Einstöpseln des Kopfhörers abschaltet. Einen solchen Lautsprecher habe ich aber nicht gefunden. Mit einem Aktivlautsprecher wird der DPR-39 zu einer kleinen Stereoanlage.

Der Senderwechsel erfolgt so: Nach Drücken des Menürades wird die Senderliste angezeigt, durch die man nun blättern kann. Drückt man bei dem ausgewählten Sender wiederum das Rädchen, erklingt der neue Sender. Die Umschaltvorgänge erfolgen dabei sehr zügig. Auch nach dem allerersten Einschalten braucht man nicht lange zu warten, ehe die DAB-Sender des Empfangsgebietes gefunden sind. Drückt man während des Empfangs das Menürad, gelangt man in das Menü, wo sich diverse Einstellungen vornehmen lassen. Unter anderem findet sich dort auch der Befehl für einen vollständigen Suchlauf, der ja auf Reisen nach einem Wechsel des Empfangsgebietes hin und wieder notwendig wird, um die lokalen Stationen zu empfangen.

Um die Empfangsqualität zu testen, gehe ich mit dem eingeschalteten Gerät durchs ganze Haus. Es gibt keine Aussetzer! Sogar im Keller, in dem ansonsten nur die Oldtimer-Radios spielen, ist der Empfang auf DAB+ perfekt. Das gilt jedoch keineswegs für den UKW-Empfang. Der ist wirklich nur noch ein Notnagel in DAB-freien Gebieten.

Sonstiges 
Durch ein Software-Update über USB werden alle Einstellungen gelöscht, was jedoch in diesem Fall kein Beinbruch ist. Die Werkseinstellungen lassen sich auch so leicht durch einen Reset wiederherstellen. Weitere Einstellungen betreffen den LCD-Kontrast und die Hintergrundbeleuchtung, die in Stellung "automatisch" nach zwölf Sekunden verdunkelt wird, um Energie zu sparen. Die Funktion DRC (Dynamikbereich-Steuerung) dient dazu, im DAB-Betrieb leise Töne lauter wieder zu geben. Natürlich ist auch die Menüsprache wählbar. Allerdings scheint (noch) nicht alles eingedeutscht zu sein. Den in der Anleitung erwähnten Sleeptimer habe ich nicht gefunden. Da das Gerät ja auch den erwähnten Lautsprecher vermissen lässt, wäre ja ein solcher Timer ebenfalls nicht sehr sinnvoll. Denn wer schläft schon gerne mit Hörern im Ohr ein?

Nicht mehr empfangbare Stationen werden mit einem Fragezeichen markiert. Diese können gezielt gelöscht werden. Sagt jedenfalls die Bedienungsanleitung. Gefunden habe ich diese Funktion nicht, vielleicht mangels mit Fragezeichen markierter Sender!?

Auf einen Blick

  • Empfangsbereiche DAB+ Band III 5A bis 13F, UKW 87,5 bis 108 MHz
  • 10 Senderspeicher (5 DAB+, 5 UKW)
  • Informationsanzeige für Servicedaten
  • Menü für alle wichtigen Funktionen
  • Gut lesbare LCD-Anzeige mit Hintergrundbeleuchtung
  • Einstellbarer Einschlaf-Timer
  • Signalstärkeanzeige
  • Batterieladestandsanzeige
  • Tastensperre
  • Handliche Größe
  • Automatische/Manuelle Sendersuche

Quelle und mehr: Sangean

Nachtrag: Das Sangean-Headquarter in Taiwan sagt auf Anfrage, dass im DPR-39 ein Sleeptimer integriert ist. Darüberhinaus sei das Gerät geeignet, um mit Akkus 1,2 V betrieben zu werden. Nur die Aufladefunktion fehle.

Leserzuschrift von Markus W. aus Prag:

Habe mit großem Interesse Ihren Testbericht gelesen. Hoffe das Radio künftig auch kaufen zu können,warte aber noch auf eine Preissenkung unterhalb 50 €.
Ich las bei einem anderen Tester, dass er erfolgreich Sanyos Eneloop-Akkus verwendet habe, die Batterieanzeige "spinne" dabei allerdings. Die Laufzeit wäre zwar geringer, aber auf die Dauer sei das natürlich wirtschaftlicher.
Ich mußte auch schon alte oder defekte Akkus entsorgen. Denke, Ihre Akkus waren schon zu alt.

Anmerkung: Die Akkus sind zwar schon etwas älter, funktionieren aber mit anderen Radios einwandfrei.

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