Sangean WFR-28D: DAB+, UKW und Internet

Hightech-Radio für drei Empfangswege

Die Firma Sangean bietet eine vielfältige Auswahl an Radioempfängern, wodurch sie folglich auch häufiger mit Testberichten bei FE präsent ist. Das hier vorgestellte Gerät ist eine Kombination aus Web-, Digital- und UKW- Radio und ist - sein ganz besonderes Merkmal - mobil einsetzbar.

Nach dem Auspacken des Sangean WFR-28D hält man das weiße Radiogerät, ein Netzteil und eine Anleitung in den Händen. Die Anleitung ist – wie von Sangean gewohnt – redaktionell gut gestaltet und hilft beim Bedienen des Gerätes, sofern man dafür Unterstützung benötigt.

Drücken und Drehen  
Das Gerät besitzt an der linken Gehäuseseite einen AUX-IN, einen LINE-OUT und einen Kopfhöreranschluss (alle mit 3,5 mm Klinkenbuchse) sowie den Netzadapteranschluss. An der rechten Gehäuseseite befindet sich das Drehrad zur Senderauswahl. Gleichzeitig wird dieses Drehrad beim Drücken zum Bestätigen verwendet. Auf der Rückseite findet man nur das Batteriefach. Auf der Oberseite sind der USB-Anschluss und die Teleskopantenne platziert.

Kommen wir nun zur Front. Dort sind die für die Bedienung ebenfalls wichtigen Knöpfe wie der Mode-, Info-, Menü-, Back- und Forward-Knopf; außerdem die Lautstärkeregelung und die Programmspeichertasten. Pro Empfangsweg (UKW, DAB und Web) stehen je fünf Programmspeicher zur Verfügung. Natürlich sind an dieser Geräteseite auch der An/Aus-Knopf, der Lautsprecher und das Display (59 x 33,5 mm, orangene Schrift auf dunklem Hintergrund) untergebracht.

Inbetriebnahme  
Nach dem ersten Einschalten führt das Radio den Nutzer durch ein Setup-Programm, in dem alle relevanten Einstellungen wie die WiFi-Zugangsdaten, Zeitzone usw. vorgenommen werden. Diese ermöglichen danach den direkten Betrieb des Tuners. In meinem Fall bot das Radio nach der ersten Einwahl in das Heimnetzwerk ein Firmware-Update an. Dieses habe ich auch direkt installiert. Verbesserungen waren aber wohl nur im Bereich der Bugfixes zu finden, optisch und in der Menüführung veränderte sich nichts.

Schön, dass ein Hersteller auch Kleinigkeiten verbessert! Leicht negativ ist mir hierbei nur die Menü-Sprache aufgefallen. Im Gerät kann unter „Language“ nur Englisch ausgewählt werden. Ansonsten entspricht alles dem Sangean-Standard und bietet daher die inzwischen fast schon standardmäßige Menüführung, wie man sie bei allen Frontier-Silicon-Modellen wiederfindet. Zur Firmware- Ausstattung gehören auch zwei Timer, die man zum Wecken oder als Einschalt-Timer für Aufnahmen benutzen kann. Ein Sleep-Timer steht ebenso zur Verfügung.

Webradio  
Das Internetradiomodul greift auf die Frontier Silicon-Datenbank zu und ermöglicht so die Nutzung von ca. 16.900 Sendern und 10.100 Podcasts. Man muss sich lediglich unter http://wifiradio-frontier.com registrieren und wie üblich das Gerät mit dem auf der Homepage angelegten Profil verbinden. Die Schritte sind in der Anleitung ausführlich beschrieben. Der dazugehörige Menüpunkt wird direkt in den Systemeinstellungen gefunden. Die Datenbank von Frontier-Silicon hat eine gute Verschlagwortung und eine hohe Trefferquote. Die Homepage selbst ist neben Deutsch in den Sprachen Englisch, Dänisch, Portugiesisch, Spanisch, Norwegisch, Italienisch, Französisch, Schwedisch, Niederländisch, Finnisch, Türkisch und Polnisch aufrufbar. Bei der Frontier-Silicon-Datenbank können eigene Radiosender nur für das eigene Radio hinzugefügt oder über ein Meldeformular dem Datenbankbetreiber zur Aufnahme vorgeschlagen werden. Vorschläge werden relativ zeitnah – meist noch unter einem Tag Bearbeitungsdauer – aufgenommen.

Für die Podcasts fehlt leider die erstgenannte Möglichkeit, sie nur für das eigene Geräte hinzuzufügen. Dies ist ärgerlich, vor allem im Hinblick darauf, dass Frontier-Silicon sich bei der Aufnahme bestimmter Podcasts über das Meldeformular verweigert. Hier wäre sicherlich Nachbesserungsbedarf! Dabei handelt es sich jedoch um kein Problem dieses Gerätes, sondern um ein generelles Problem mit Geräten, die auf die Frontier Silicon-Datenbank zugreifen.

Digitalradio  
Bei der ersten Auswahl des Digitalradio-Modus wird ein automatischer Suchlauf gestartet. Bei diesem wurden bei mir in Eschweiler in der Zimmermitte der Bundes-Mux (5C), der „Radio für NRW“-Mux (11D) und der Rheinland-Pfalz-Mux (11A) gefunden.

Diese Empfangsergebnisse können allein schon mit einem Standort in Fensternähe enorm verbessert werden Dann wurden bei mir noch die Muxe aus der Wallonie (12B) und Flandern (12A) empfangen. Somit sind dann 49 Programme zu hören, die der Microspot RA-318 als „DX-Wundermaschine“ ebenfalls liefert. Dem Tuner steht auch eine manuelle Sendersuche zur Verfügung. Da jedoch schon im automatischen Suchlauf alle Ensembles empfangen werden, muss dieser gar nicht mehr groß vorgestellt werden. Es sei dennoch erwähnt, dass durch einen logischen Aufbau der manuellen Suche die Frequenz und ein Signalstärkebalken zu sehen sind; so kann die Antenne sehr bequem optimal ausgerichtet werden.

Das Drücken der Info-Taste liefert das Genre, den Radiotext (vergleichbar mit RDS bei UKW), den Mux-Namen, die Frequenz, die Signalstärke, die Fehler- sowie die Bitrate, den Codec und die Angabe, ob in Mono oder Stereo gesendet wird.

UKW-Empfang  
Nach den guten DAB-Empfangsresultaten verwundert es nicht, dass der UKW- Empfang ebenfalls gut ist. Mit der Teleskopantenne werden die ortsüblichen Stationen empfangen. Natürlich sind keine DX-Empfänge wie mit dem DEGEN 1103 möglich, da die Trennschärfe niedriger liegt. Aber die Empfindlichkeit ist so hoch, dass der Empfang als sehr gut eingestuft werden kann.

Beim UKW-Empfang steht RDS zur Verfügung, das jedoch leider nur bei sehr starken Signalen fehlerfrei decodiert wird. Die Info-Taste liefert hier wieder den üblichen Lauftext, das Genre und den Programmnamen. Im UKW-Modus ist sowohl ein manuelles Absuchen der Frequenzen möglich als auch eine Auto-tune-Funktion, die automatisch bei Frequenzen, die stark genug erscheinen, stoppt.

Musikplayer  
Hinter dem Musikplayer verbirgt sich ein UPnP-Standard/Mediaserver, mit dem man auch Musik aus der Medienbibliothek des ins Netzwerk eingebundenen PCs abspielen kann. Voraussetzung ist natürlich, dass man den PC entsprechend konfiguriert hat. Für diese Schritte ist die Anleitung aber wieder eine große Hilfe. Um dieses Gerätefeature nutzen zu können, muss der PC immer eingeschaltet sein. So kann mit dieser Funktion die Musik vom PC auf dem eigenen Grundstück im Radius des WLAN-Netzwerkes gehört werden.

USB-Anschluss  
Der USB-Anschluss kann zum Abspielen von USB-Sticks mit Audiodateien genutzt werden. Laut Anleitung wurde „das WFR-28D-Radio [...] mit einer Reihe von USB-Speichergeräten mit einer Kapazität bis zu 64 GB getestet.“ USB-Speicher müssen mit dem FAT oder FAT32-Dateisystem formatiert sein, um mit dem Radiogerät benutzt werden zu können.

Unterstützte Audioformate sind MP3, WMA, AAC, FLAC und WAV. Nicht unterstützt werden Dateien, die im WMA-Lossless-, WMA- Voice oder WMA-10-Profi aufgenommen wurden sowie Dateien, die über einen DRM-Schutz verfügen. Leider kann das Gerät jedoch keine Radioprogramme auf dem USB-Stick aufnehmen. Hierfür steht nur der analoge LINE-OUT-Ausgang zur Verfügung.

Stromversorgung und Stromverbrauch  
Das Gerät kann über Batterien (vier Batterien des Typs UM-1, Größe D) bzw. Akkus betrieben werden oder über das mitgelieferte Netzteil. Somit ist der WFR-28D auch für den mobilen Empfang geeignet, ist für diesen Zweck aber von den Funktionen her etwas überladen. Dazu aber an anderer Stelle mehr. Wenn der Netzadapter benutzt wird, wird die Batteriestromversorgung automatisch deaktiviert, so dass die Batterien/Akkus im Gerät verbleiben können. Bei längeren Netzadapterphasen sollte man aber zum Schutz des Gerätes die Batterien entfernen, da so die Gefahr des Auslaufens reduziert wird.

In der Anleitung findet man dann noch folgenden Hinweis, der mich etwas störte: „Der Netzadapter muss aus der Steckdose herausgezogen werden, wenn das Radio nicht benutzt wird.“ Dieser Hinweis scheint wohl generell bei elektrischen Geräten zu gelten. Aus Sicht des Stand-by-Verbrauchs ist dies aber nicht nötig.

Laut Anleitung können die Akkus im Betrieb mit dem Netzadapter nicht geladen werden, so dass hierfür noch ein zusätzliches Ladegerät anzuschaffen ist. Laut Homepage von Sangean verfügt das Gerät über eine Ladefunktion. Sobald Sangean eine Anfrage unsererseits beantwortet hat, werden wir diese Info nachliefern. Der Verbrauch im Stand-by liegt bei 1,2 Watt. Im Betrieb schwankt er zwischen 2,9 Watt beim UKW- und 3,7 Watt beim DAB- bzw. Webradio-Empfang.

Klang  
Der Klang ist für diese Preisklasse gut, angenehm und warm. Es stehen verschiedene voreingestellte Equalizer-Modi zur Auswahl oder es kann nach eigenem Belieben eingestellt werden. Durch die verschiedenen Modi ist auch fast immer eine angenehme Hörtemperatur zu finden. Es ist jedoch zu beachten, dass nur ein Mono-Lautsprecher verbaut ist und Stereo nur über LINE-Out und die Kopfhörerbuchse zur Verfügung steht.

Fazit  
Das Gerät ist von der Verarbeitung in gewohnter Sangean-Qualität. Das Gehäuse sieht sehr stabil und auch für Outdoor-Aktivitäten geeignet aus. Der Funktionsumfang ist umfassend. Durch die Möglichkeit, Batterien oder Akkus zu nutzen, kann das Gerät auch mobil genutzt werden. Dann fallen natürlich einige Funktionen weg wie das Streamen vom Computer oder der Webradioempfang; außer man bleibt im Radius des WLAN-Netzes. Die Funktionen, die dann außerhalb dessen mobil übrigbleiben, bekommt man bei anderen Geräten – sprich reinen DAB+/UKW-Radios – günstiger. Wer jedoch für zu Hause und unterwegs nur ein Gerät haben möchte, findet im Sangean WFR-28D sicherlich einen guten Kompromiss. Das Gerät kann über den Technischen Klubdienst der ADDX bezogen werden und kostet dort 159 Euro. Marcel Goerke (12/2012)  

Leserfrage: Akkus im Gerät ladbar? 
Vielen Dank für Ihren ausführlichen und kompetenten Test zum Sangean WFR-28D. Da ich auf der Suche nach einem bezahlbaren DAB-Radio mit Internetfunktion, AUX-IN oder USB-Anschluss bin, hat mir der Test sehr weitergeholfen.
Entscheidend für mich wäre noch, ob die Akkus am Gerät mit Netzadapter aufgeladen werden können.

Antwort von Charly Hardt: Hallo, Herr Bayer, ja, die Akkus sind im Gerät ladbar. Gerät haben wir am Lager, kostet 159 € + Porto. Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung. MfG, Charly H. Hardt

Auf einen Blick

Getestet: Radioempfänger Sangean WFR-28D
UKW: 87,5 bis 108 MHz
DAB: 174,928 - 239,200 MHz (Band III)
WLAN: WiFi:802.11bund802.11gunterstützt mit WEP- und WPA/WPA2-Verschlüsselung, kompatibel mit 802.11n-Routern, die Mixed-Mode-Unterstützung für 802.11b/g bieten

Anschlüsse: Kopfhöreranschluss, Aux-Eingang, Line-Ausgang (alle 3,5 mm, Stereo), USB-Slot für optionale USB-Sticks, keine Festplatten
Sonstiges: Wecker und Sleep-Timer

Stromversorgung: 230 Volt Netzgerät im Lieferumfang
Abmessungen: 235 x 137 x 55 mm - BHT
Gewicht: ca. 850 g
Preis: 159 Euro

Info: www.charly-hardt.de  und www.sangean.com  bzw. www.sangean.eu

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