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Bild-im-Bild vom Sky-Recorder

 

Moderne Internet-Fernseher
noch nicht das "Gelbe vom Ei"

Viele Anwender fühlen sich bei der Bedienung überfordert  

Erfahrungen mit einem TV-Gerät Sony HX 855 für DVB-T-2, DVB-C, DVB-S2, IP-TV, Skype, Web und Analogempfang

Immer mehr Hersteller bieten TV-Geräte an, die über die unterschiedlichsten Anschlussarten den Fernsehempfang möglich machen. Leider erwarten sich viele Käufer zu viel von diesen Geräten. Ein Erfahrungsbericht von Anton Hollaus.

Zwar bieten sie bei den klassischen Verbreitungswegen über Dachantenne, Kabel oder Satellit hervorragende Bilder an, aber wer auch TV-Sendungen oder Radio aus der ganzen Welt übers Internet sehen oder hören will, wird enttäuscht.

Der von den meisten Herstellern verwendete Opera-Browser in einer abgespeckten Version kann vieles leider nicht. z.B. muss man Web-Mails über die Webmail-Handyseite abrufen, da sich der Browser sonst wie auch auf manchen Onlinezeitungsseiten aufhängt. PDF-Dateien sind auch unlesbar.
Viele im TV enthaltene Apps bieten unattraktive Filmvorschauen oder online Kurzberichte in SD oder kostenpflichtige Downloads per Abonnement für Filme und Musik an. Facebook, Twitter, Youtube, Skype, Picasa, RSS-Feeds, Online-Nachrichten, maxdome u.ä. sind als Apps vorinstalliert. Eigene Apps ähnlich wie bei Android-Systemen lassen sich aber nicht einspielen.
Wenn auch die Bedienung über ein über die WLAN-Schnittstelle eingebundenes Smartphone oder einen Tablet-PC möglich ist, können diese neuen Smart-TVs einen echten Computer (noch) nicht ersetzen.
Auch lässt sich nach dem Start des Browsers oder der Apps nicht mehr das laufende TV-Programm z.B. auf der linken Hälfte weiterverfolgen, sondern es verschwindet komplett. Nur wer beim Skypen auf die Bildübertragung verzichtet, bekommt statt dem Video vom Gesprächspartner das TV-Bild ohne Ton eingeblendet.

Das aktuelle Sony-Gerät HX 855 bietet schon DVB-T2 also HD über die Dachantenne an, was aber in Deutschland noch nicht so schnell kommen soll. Wer auch die privaten Programme in HD empfangen will sollte sich die 50 Euro pro Jahr für das HD+ Abo leisten, solange die Sender nicht ausschließlich in HD senden.
Interessant ist, dass auch auf HD-Kanälen viele Programme nur von SD hochgerechnet, ausgestrahlt werden, was dazu führt, dass z.B. das Skirennen aus Österreich über DVB-T genauso gut aussieht wie über Eurosport HD, da die neuesten TVs auch SD-Signale wieder hochrechnen also verbessern.

PIP - also Bild im Bild - oder Zwei-Bild-Lösungen funktionieren nur durch anstecken eines zweiten Receivers z.B. von Sky. Auch die HD oder USB-Stickaufnahme funktioniert nur auf dem zugleich angesehenen Digitalprogramm. Daher kommt man fast nicht um einen zweiten Receiver herum.

Bedienung kompliziert

Nutzt man alle Empfangsmöglichkeiten, also z.B. analog die Haustürkamera über UHF-Modulator, die Nachbarländerprogramme über DVB-T, da über Sat ja verschlüsselt, und HD-Programme über Satellit, muss man auf der Fernbedienung immer erst die Vorauswahltaste Analog-Digital drücken um den entsprechenden Tuner auszuwählen und kann dann erst dann das Programm auswählen. Der Sky-Receiver hängt dann noch an HDMI 1 und der betagte DVD-Player am AV1-Scart-Anschluss, was dazu führt, dass sich viele Familienmitglieder bei der Bedienung des TVs immer schwerer tun.


3D können inzwischen auch viele dieser Geräte wobei es aktive Brillen und passive mit geringerer Auflösung gibt. Leider laufen selbst über Sky vorwiegend Demos und nur gelegentlich echte 3D-Filme. 3D-Simulation ist eine nette Spielerei aber erzeugt bei manchen nur Kopfschmerzen.
HbbTV, ein erweiterter Videotext, bringt zwar attraktivere Infos, braucht aber den Onlinezugang und bringt auch nicht mehr Informationsinhalt außer der Sender-Videothek.
Eine schöne Funktion ist die Einbindung ins Heimnetzwerk um z.B. Familienfotos oder selbst gedrehte Kurzfilme vom PC im Arbeitszimmer bildschirmfüllend am TV vorzuführen.
Wer schon immer wissen wollte wie der Musiktitel oder Sänger während eines Radio- oder TV-Empfanges heißt, drückt die Musik-Erkennungs-Taste und das Ergebnis wird aus dem Internet eingespielt.

Damit sich Smart-Hybrid-TV auch bei den Nutzern durchsetzt, müssen schnellere Rechner eingebaut werden, die mit vollwertigen Browsern auch alles darstellen können ohne sich aufzuhängen.
Aber schon jetzt wollen die ersten Hersteller 4k-TV auf den Markt bringen, und Sky will ab 2013 erste Sendungen in der 4-fachen Auflösung von HD also in Kinoqualität über Satellit ausstrahlen.
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