Rotes Gehäuse: der Sangean DDR-33 plus

 

Klein, handlich, leistungsstark: die Fernbedienung.

Rückseite mit USB-Buchse, AUX, Line-In und Kopfhöreranschluss. Die Antennenkappe kann entfernt und die Mutter zum Lösen der Antenne abgeschraubt werden.

Fortschrittsanzeige beim DAB-Suchlauf.

DDR-33 plus mit iPod.

 

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Test DAB-/UKW-Empfänger
Sangean DDR-33 Plus

Digital und analog Radio hören bei erstklassigem Klang

Ein Gerät, das die Bedienelemente auf der Oberseite hat, muss normalerweise unter Augenhöhe stehen und gut erreichbar sein. Es sei denn, die Steuerung kann komplett per Fernbedienung (FB) erfolgen. Der Sangean DDR-33 Plus ist so ein Gerät. Die nur scheckkartenkleine FB steuert - bei praxisgerechter Reichweite - sämtliche Funktionen, erfordert jedoch spitze Finger.

Das leuchtend rote Testgerät im Kunststoffgehäuse hat eine Ausgangsleistung von 2 x 2,5 Watt und zwei nach vorn abstrahlende Hoch-/Mitteltöner, die einen satten Sound produzieren und auch bei voller Lautstärke nicht scheppern. Der Schallaustritt an der Unterseite hängt an einem Resonanzsystem. Die Teleskopantenne dient dem UKW- wie DAB-Empfang (Band III). Aux-Eingang und Line-Out sowie eine 3,5 mm Kopfhörerbuchse ermöglichen den Anschluss externer Geräte.

Inbetriebnahme  
Vor der Inbetriebnahme setze ich das Radio auf die Werkseinstellungen zurück, da es bereits Sender aus dem Bereich des WDR gespeichert hat, welche natürlich im Raum Hannover nicht zu empfangen sind. Ohne RESET hatte mich das Gerät nämlich vor einige Rätsel gestellt. Auch bleiben dann die „alten“ Sender im Speicher., was ja bei Programmaktualisierungen sehr nützlich sein kann.

Nach dem Reset und dem erneuten Einschalten erscheint im gut ablesbaren Display der Schriftzug SETCLOCK. Kurz darauf - Anzeige: TUNING - beginnt der DAB-Suchlauf, der nach kurzer Zeit das hiesige Senderspektrum offenbart. Während des Suchlaufs wird der Fortschrift grafisch durch Pfeile angezeigt. Das Umschalten zwischen den Stationen erfordert zwei Tastendrücke (TUNING und SELECT) und dauert meistens weniger als eine Sekunde.

Der Empfang ist auch innerhalb des Hauses erstklassig. Bei einem Standortwechsel mit zwischenzeitlicher Trennung vom Stromnetz dauert es zwar wieder knapp sieben Sekunden, ehe die Uhr erscheint. Nach dem Drücken der Einschalttaste erfolgt jedoch nur ein kurzes TUNING und der zuletzt eingeschaltete Sender geht auf Empfang. Während auf UKW der RDS-Empfang selbstverständlich ist, kann das Gerät im DAB-Bereich gesendete Textdaten darstellen. Ansonsten zeigt das Display die üblichen Daten wie Stationsnamen, Art des Senders oder Titel/Interpreten an, die sich durch Drücken der INFO-Taste ansteuern lassen. Nach zweimaligem Betätigen der SELECT-Taste im DAB-Modus erscheint eine weitere Signalstärkeanzeige.  

UKW-Empfang sehr gut  
Wie unsere bisherigen Tests zeigten, offenbaren Hybridgeräte häufig Schwächen auf UKW.  Der DDR-33 Plus liegt jedoch in dieser Disziplin in der Spitzengruppe vergleichbarer Empfänger. Nachdem der gut abgestimmte automatische Suchlauf bei einem aktiven Sender gestoppt hat, wird ein anfängliches Rauschen nach ein paar Sekunden weitgehend eliminiert. So können sich auf dem UKW-Band gut zwei Dutzend Stationen nahezu rauschfrei hören lassen, ohne dass an der Antenne gestellt werden muss. Das ist eine beachtliche Leistung, zumal der gewählte Standort bekanntermaßen ungünstige Empfangsverhältnisse bietet und dennoch immerhin zwei der drei Empfangsfeldstärkeanzeigen (Balken) neben dem Antennensymbol aufleuchten lässt. Bei DAB-Empfang sind es sogar alle drei, woraus sich schließen lässt, dass die Teleskopantenne voll ausgezogen das DAB-Signal besser hereinbringt bzw. die Leistung des Senders nochmals erhöht worden ist.  

Besonderheiten  
Die Dynamikbereichsteuerung (DRS) ermöglicht es im DAB-Betrieb, leisen Geräuschen in einer lauten Umgebung besser zu folgen. Dafür stehen neben der Standardstellung „Aus“ eine mittlere und die maximale Kompression zur Auswahl.

iPod-Besitzer können ihr Gerät andocken, auf iPod-Betrieb schalten und so die Verstärkerfunktion und den satten Sound für ihren Winzling nutzen. Sogar der Akku lässt sich mithilfe des Radios aufladen. Einige Funktionen des iPods kann man sich sogar über die Tasten des Radios steuern. Echt praktisch!

Der Sangean DDR-33 Plus ist letztendlich auch als Wecker verwendbar und kann dafür alle verfügbaren Tonquellen sowie den Standard-Weckton aktivieren. Natürlich bietet das Gerät ebenso eine Schlummerfunktion. Sehr gut: Die Displayhelligkeit lässt sich per Fernbedienung bequem bis fast auf Null runterregeln, so dass das Licht nicht den Schlaf stört.

Wer mit dem standardmäßigen Klang nicht zufrieden ist, kann diesen mithilfe des eingebauten Equalizers in acht Stufen anpassen. Bei den beiden Stufen Bass und Treble (Höhen) lässt sich zusätzlich die Toneinstellung in fünf Stufen verändert werden.  

Sender speichern
Zum dauerhaften Speichern stehen pro Betriebsart zehn Senderspeicher zur Verfügung. Das Abspeichern geht ganz leicht: PRESET-Taste drücken, Speicherplatz wählen und nochmals PRESET drücken.

Das Aufrufen eines Senders ist mir am Gerät allerdings nicht gelungen, obwohl ich genau der Bedienungsanleitung gefolgt bin: PRESET-Taste drücken, mit TUNE den Speicherplatz wählen und SELECT drücken. Der eingestellte Sender ertönt nicht aus dem Lautsprecher. Getestet im DAB-Modus. Die Tastenfolge bringt allerdings auch im UKW-Modus keinen Erfolg. Stattdessen erscheint das Wort MONO bzw. AUTO im Display. Mit der FB klappt’s. Wohl auch ein Fehler des Vorseriengerätes?!

Einigermaßen gute Lichtverhältnisse verhindern bei der Bedienung Fehlgriffe, denn die Tasten sind allesamt schwarz mit weißer Beschriftung und im Dämmerlicht kaum zu erkennen.

Aufgrund dieser und ähnlicher Erfahrungen bevorzuge ich - als hartnäckiger Anhänger von Drehregler und Speichertaste - weiterhin den Direktaufruf eines Speicherplatzes über eine einzige Taste. Fünf Speicher reichen, wie Untersuchungen gezeigt haben, den meisten Radiohörern vollökommen aus.  

Fazit: Empfehlenswert  
Das Sangean-Radio macht einen hervorragenden Eindruck sowohl was die Verarbeitung betrifft als auch in Sachen Empfangsqualität. Das DDR-33 Plus macht neben Rot auch in den Farben Schwarz, Weiß, Gelb und Klavierlack eine gute Figur. Wer wirklich alle Sender finden will, auch die schwachen, der kann diese manuell suchen und dabei die Stellung der Antenne variieren. Vieles ist möglich!

Ganz Toll wird das Ergebnis, wenn man eine externe Antenne anschließt. Laut Sangean soll das möglich sein, steht aber nicht in der Bedienungsanleitung erklärt. Die Lösung: Die MUtter, mit der die Antenne angeschraubt ist, befindet sich unter einer Abdeckkappe, die von zwei Schräubchen gehalten wird. Die Teleskopantenne, ist auf einer F-Buchse montiert, über die alternativ eine externe UKW-Antenne oder Discone (Breitbandantenne) betrieben werden kann. Damit steht dem Fernempfang nichts mehr im Wege.

Eine Merkwürdigkeit entdecke ich kurz vor Schluss des mehrsprachigen Manuals: Firmware-Upgrades sind laut Seite 196 oben nicht möglich. Wenige Zeilen darunter steht ein Hinweis, dass über den USB-Anschluss die Firmware aktualisiert werden kann. Sie kann, wie Sangeans Pressebüro bestätigte.

Dieter Hurcks

 

Auf einen Blick

  • 20 Senderspeicher (10 DAB+, 10 UKW)
  • Informationsanzeige für Servicedaten
  • Manuelle/Automatische Sendersuche
  • Menü für alle wichtigen Funktionen
  • iPod-Anschluss zur einfachen Musikwiedergabe und zum Aufladen des iPods
  • Gut lesbare LCD-Anzeige
  • Wecker und Einschlaf-Timer
  • Automatische Uhrzeiteinstellung über DAB+
  • Stereolautsprecher
  • Preis: ab ca. 120 Euro

Technische Spezifikationen auf der Sangean-Homepage

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